Erneut Warnstreiks bei Deutscher Post - Osterpause auch bei Amazon

Mit bundesweiten Warnstreiks hat Verdi die Deutsche Post im Tarifkonflikt um kürzere Arbeitszeiten weiter unter Druck gesetzt. Auch beim Online-Händler Amazon wurde am Donnerstag erneut gestreikt. Nach vier Tagen Arbeitskampf beendete Verdi vorerst den Ausstand.

"Die Beschäftigten bei Amazon und der Deutschen Post wehren sich in beiden Fällen gegen Tarifflucht, das ist ein wichtiger und notwendiger Kampf", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Nach ersten Schätzungen der Post wurden rund 4,8 Mio. Briefe und 240.000 Pakete nicht ausgeliefert. Die Zustellung soll nun am Samstag erfolgen.

Nach Angaben der Gewerkschaft beteiligten sich am Donnerstag wieder rund 10.000 Brief- und Paketzusteller der Deutschen Post in nahezu allen Bundesländern an den Ausständen, der Post zufolge waren es rund 5.000 Mitarbeiter. Das sei ein deutliches Signal der Beschäftigten, erklärte Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis. Der Postvorstand müsse in der nächsten Verhandlungsrunde ein "seriöses" Angebot vorlegen, fordert sie. Bis zum 14. April setzte Verdi deshalb die Warnstreiks aus.

Bei Amazon legten Verdi zufolge am Donnerstag noch einmal rund 1.600 Beschäftigte die Arbeit nieder. Es betraf die Standorte Bad Hersfeld (Hessen), Rheinberg und Werne (Nordrhein-Westfallen) sowie Leipzig (Sachsen). Die seit Montag andauernden Streiks an verschiedenen Standorten, so zunächst auch in Koblenz und Elmshorn, seien vorerst beendet. Der Tarifkonflikt gehe aber weiter, teilte die Gewerkschaft mit.

Verdi will Amazon zur Aufnahme von Tarifverhandlungen bewegen - zu den besseren Bedingungen des Einzel- und Versandhandels. Amazon lehnt das ab und betont stets, dass die Ausfälle durch das europaweite Netz von 28 Standorten in sieben Ländern aufgefangen werden können. In dem Tarifkonflikt kommt es seit Mai 2013 immer wieder zu Arbeitsniederlegungen.

Hintergrund der Warnstreiks bei der Post ist die Ausgründung von neuen Gesellschaften im Paketgeschäft, wo die Beschäftigten zum Teil deutlich schlechter bezahlt werden als im Mutterkonzern. Als Ausgleich dafür verlangt Verdi eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden mit vollem Lohnausgleich. In der ersten Verhandlungsrunde Mitte März hatten die Tarifpartner keine Annäherung erzielt.

Verdi wirft dem Arbeitgeber vor, mit der Gründung der regionalen Gesellschaften unter dem Dach der DHL Delivery und dem Aufbau eines bundesweit Paketnetzes tarifliche Vereinbarungen zum Schutz vor Fremdvergabe im Paketgeschäft gebrochen zu haben.

In den neuen regionalen Gesellschaften seien bereits 5.500 Menschen dauerhaft beschäftigt, hält die Post dagegen. Davon hatten 3.800 zuvor eine befristete Arbeitsstelle im Mutterkonzern, 1.700 wurden neu eingestellt. Post-Chef Frank Appel hatte die Neuordnung der Paketsparte damit begründet, dass Kosteneinsparungen nötig seien, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Am Mittwoch hatten Verdi zufolge bereits mehr als 10.000 Brief- und Paketzusteller ihre Arbeit ruhen lassen. Sechs Millionen Briefe und 300.000 Pakete blieben der Post zufolge liegen. Durch den Einsatz von Mitarbeitern aus dem Verwaltungs- und Vertriebsbereich seien die Auswirkungen für die Kunden aber gering gehalten worden.

Der südafrikanische Steinhoff-Großaktionär Christo Wiese kappt nach seinem Rücktritt als Verwaltungsratschef weitere Verbindungen zu dem angeschlagenen Handelsriesen. Wiese sagte am Freitag den Verkauf der Einzelhandelskette Shoprite an Steinhoffs Afrika-Tochter STAR ohne Angabe von Gründen ab.
 

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Steinhoff-Großaktionär sagt Milliarden-Firmenverkauf ab

Der kriselnde Möbelhändler Steinhoff - Muttergesellschaft von Kika/Leiner - lässt seinen Ankündigungen Taten folgen und versilbert Anteile an der südafrikanischen Investmentgesellschaft PSG Group. So habe das Unternehmen 20,6 Millionen Aktien oder 9,5 Prozent der Anteile an PSG verkauft, teilte Steinhoff am Freitag mit.
 

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Steinhoff verkauft Anteile an südafrikanischer Investmentgesellschaft

Am Mittwoch ist die Air-Berlin-Tochter Niki pleitegegangen. Noch gibt es eine leise Hoffnung, die Firma zu erhalten. Unterdessen fischen Konkurrenten bereits nach den hoch qualifizierten Niki-Mitarbeitern. Und auch die Kunden können hoffen, dass sie nicht um ihr Geld umfallen. Die deutsche Regierung muss aber einen Teil ihres 150 Mio. Euro schweren Überbrückungskredits für Air Berlin abschreiben.
 

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Niki-Pleite - Chancen für Mitarbeiter und letzte Hoffnung für Firma