Erneut Streik bei Amazon in Deutschland

Bad Hersfeld (APA/AFP) - Im Streit um eine Tarifbindung bei Amazon setzt die deutsche Dienstleistungsgewerkschaft Verdi den Onlinehändler erneut unter Druck. Am Dienstag rief Verdi die Amazon-Beschäftigten im deutschen Bad Hersfeld mit Beginn der Nachtschicht zum Streik auf. Die Gewerkschaft rechnet damit, dass sich an den Arbeitsniederlegungen rund 500 Beschäftigte beteiligen.

Enden soll der Streik nach Angaben von Verdi mit Beginn der Spätschicht. Der Tarifstreit zwischen Amazon und der Gewerkschaft zieht sich bereits seit Jahren hin. Verdi kritisiert, dass Amazon Tarifverhandlungen verweigert und allein über Arbeitsbedingungen und Bezahlung entscheiden will. Verdi will erreichen, dass die Beschäftigten nach dem Tarif im Einzel- und Versandhandel bezahlt werden. Amazon betont stets, am oberen Ende dessen zu zahlen, was für vergleichbare Tätigkeiten üblich sei.

"Die Beschäftigten von Amazon haben ihren Firmengründer Jeff Bezos zum derzeit reichsten Menschen der Welt gemacht", erklärte Verdi-Streikleiterin Mechthild Middeke am Dienstag. "Doch sie werden immer noch mit weniger abgespeist, als im Einzel- und Versandhandel tarifüblich ist." Neben der finanziellen Absicherung der Beschäftigten seien Tarifverträge "auch ein Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung".

Wirtschaft

Audi-Chef Stadler festgenommen

Wien (APA) - Harte Fronten zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite hat am Sonntagabend auch die ORF-Diskussion "Im Zentrum" zum Thema Arbeitszeit sichtbar gemacht. Arbeiterkammer und Gewerkschaft warnten vor einer Gefährdung von Freizeit, Familie und Gesundheit. Wirtschaftskammer und Industrie wiegelten ab, gestanden aber den Entfall von Zuschlägen bei den Regierungsplänen ein.
 

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Arbeitszeit - WK und IV bestätigen Wegfall von Gleitzeit-Zuschlägen

Wien/Aurora/Peking (APA) - Magna, kanadischer Autozulieferer mit Standort in Österreich, baut künftig Autos in China und entwickelt dort Elektroautos. Bisher hat Magna nur in Graz ganze Fahrzeuge gebaut. Dazu seien zwei Joint Ventures mit der Beijing Electric Vehicle Co geplant, teilte Magna am Montag mit. Der Produktionsstandort soll eine Kapazität von bis zu 180.000 Fahrzeugen pro Jahr haben.
 

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Magna will künftig in China bis zu 180.000 Autos bauen