Ermittler nehmen Pro-Brexit-Finanzier Banks ins Visier

London (APA/Reuters) - In Großbritannien wird gegen einen wichtigen Finanzierer der Pro-Brexit-Kampagne wegen zweifelhafter Herkunft der Gelder ermittelt.

Die Wahlkommission geht nach eigenen Angaben dem Verdacht nach, dass ein acht Millionen Pfund schwerer Kredit des Geschäftsmanns Arron Banks an Befürworter eines EU-Ausstiegs nicht von ihm selbst, sondern aus anderer Quelle stamme.

Am Donnerstag schaltete sich die in Großbritannien für besonders schwere Kriminalität zuständige Behörde NCA in den Fall ein. Brexit-Gegner haben wiederholt den Verdacht geäußert, dass die Kampagne zum EU-Austritt aus dem Ausland - möglicherweise aus Russland - mitfinanziert worden sei.

Banks wies diesen Vorwurf zurück: Es sei kein "russisches oder ausländisches Geld" geflossen, sagte der Unternehmer der Nachrichtenagentur Reuters. Er sei ein britischer Steuerzahler und seine Kampagnen-Finanzierung aus den Einnahmen seines Unternehmens legal. Doch die Wahlkommission zweifelt an, dass die Gewinne von Banks' Versicherungsfirma Rock Holding für den Millionen-Kredit überhaupt gereicht hätten.

Banks begrüßte nach eigenen Worten die Ermittlungen, weil so die Vorwürfe aus der Welt geräumt werden könnten. Er habe eigens Premierministerin Theresa May in einem Schreiben darum gebeten. May ließ mit Blick auf angebliche Einflussnahme Russlands auf das Brexit-Votum erklären, die Regierung habe bisher keine Einmischung in den demokratischen Prozess des Landes festgestellt. Sie bleibe aber wachsam.

Banks hatte die Organisation "Leave.EU" (EU verlassen) der Brexit-Galionsfigur Nigel Farage finanziert. Kurz nach der Wahl von US-Präsident Donald Trump posierte Banks zusammen mit Trump und Farage auf einem Foto. Brexit-Gegner haben wegen der Vorwürfe einer zweifelhaften Finanzierung der Ausstiegs-Kampagne zu einem neuen Referendum über die EU-Mitgliedschaft der Briten aufgerufen. Das Votum im Juni 2016 war überraschend für einen Brexit ausgegangen. Das Land ist in der Frage weiter tief gespalten. Russland wird auch Einmischung in die ebenfalls unerwartete und knapp ausgefallene Wahl Trumps vorgeworfen, was die Regierung in Moskau zurückweist.

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

Bonität

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Wirtschaft

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

Newsticker

Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte