Erholungszeichen bei den Schweizer Exporten im ersten Quartal

Bern - Ein Jahr nach dem Frankenschock zeigen die Schweizer Exporte Erholungszeichen. Im ersten Quartal haben die dortigen Firmen Waren im Wert von 51,8 Mrd. Franken (47,4 Mrd. Euro) ins Ausland verkauft. Das waren um 2,4 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Geholfen habe die leichte Abschwächung des Franken, der nun gegenüber dem Euro etwas billiger sei als vor einem Jahr, sagte Matthias Pfammatter von der Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Dadurch würden die Schweizer Firmen für ihre Euro-Preise etwas mehr Franken in die Kasse bekommen als im ersten Quartal 2015.

Dagegen sei der Wechselkurs des Dollars praktisch auf dem Vorjahresniveau geblieben, sagte Pfammatter. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte am 15. Jänner 2015 den Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken aufgehoben und damit den Frankenschock ausgelöst.

Werden die Preise ausgeklammert zeigt sich: Mengenmäßig, also real, gingen die Exporte im ersten Quartal 2016 um 1,5 Prozent zurück.

Als Exportlokomotive erwies sich erneut die Pharmaindustrie. Die mit Abstand größte Branche konnte ihre Ausfuhren um 11 Prozent auf 19,4 Mrd. Franken steigern, obwohl die exportierte Menge kaum wuchs. Das sei viel, sagte Pfammatter. Mit einem Plus von knapp 2 Mrd. Franken trug die Pharmaindustrie überproportional zum Anstieg der Exporte bei.

Mit weitem Abstand dahinter folgte die Schmuck- und Juwelierbranche, die ihre Verkäufe ins Ausland um 174 Mio. Franken erhöhen konnte. Das ist ein Anstieg von knapp 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf Platz drei liegen die Nahrungs- und Genussmittelexporte, die um 5 Prozent zunahmen.

Auf der anderen Seite ging es der Uhrenindustrie erneut schlecht. Die Verkäufe ins Ausland sanken um 9 Prozent auf 4,7 Mrd. Franken. Das sei das vierte Minus in Folge und der größte Rückgang seit der Finanzkrise im Jahr 2009, stellte die Zollverwaltung fest.

In allen drei wichtigsten Märkten musste die Uhrenbranche erhebliche Einbußen hinnehmen. Am schlimmsten war die Lage im größten Markt Hongkong, wo die Ausfuhren um beinahe ein Drittel zusammenbrachen, wie der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie FH in einer separaten Aussendung mitteilte. Auch in den USA (-15 Prozent) und China (-7 Prozent) schrumpften die Uhrenverkäufe massiv.

Als Lichtblicke zeigten sich dagegen Japan und Deutschland. Die Uhrenausfuhren nach Japan nahmen um 14 Prozent und nach Deutschland um 6 Prozent zu.

Auch die Maschinen- und Elektronikindustrie (MEM) hat noch nicht aus der Krise gefunden. Ihre Exporte entwickelten sich weiterhin negativ (-2 Prozent).

Hoffnung zeigt sind indes in Europa, auf das die Maschinenindustrie stark ausgerichtet ist. Die gesamten Ausfuhren von Schweizer Waren auf den "Alten Kontinent" stiegen im ersten Quartal um 2 Prozent auf 29,2 Mrd. Franken.

Von den größeren Märkten legten die Lieferungen in die Niederlande (+13 Prozent) und Spanien (+8 Prozent) am stärksten zu. Es sei zu hoffen, dass das lange krisengeschüttelte Spanien die Rezession hinter sich lassen könne, sagte Pfammatter.

Dagegen stagnierten die Schweizer Exporte nach Asien, während das Absatzplus in Nordamerika (+9 Prozent) von den USA getragen wurde. In Lateinamerika stecken Argentinien und Brasilien weiterhin in der Krise.

Auf der anderen Seite gingen die Importe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,1 Prozent auf 42,1 Mrd. Franken zurück. Das negative Importergebnis stammte vor allem vom Minus bei Erdöl, Benzin und Strom, die wegen des Preiszerfalls um ein Drittel absackten. Auch die Bijouterie und Juwelierwaren wiesen ein Minus um 12 Prozent auf.

In Kontrast dazu stand die deutliche Zunahme bei den Fahrzeugen (+13 Prozent). Dies ist auf den Import von zwei Verkehrsflugzeugen zurückzuführen. Die Swiss hat im ersten Quartal zwei neue Boeing 777 erhalten. Diese hätten das Resultat alleine um ein paar hundert Mio. Franken nach oben gezogen, sagte Pfammatter.

Insgesamt überwogen die Exporte die Importe deutlich, was der Schweizer Handelsbilanz einen Überschuss von 9,6 Mrd. Franken bescherte.

Wien (APA) - Die Chefs der heimischen Luxushotels rechnen heuer im Winter mit besseren Geschäften als im Vorjahr. Fast die Hälfte (45 Prozent) erwartet in der Saison 2017/18, die Anfang November startete, mehr Nächtigungen - 2016/17 war nur ein gutes Drittel (34,5 Prozent) so zuversichtlich. Einen Rückgang befürchten gut 10 Prozent - vor einem Jahr waren es noch 29 Prozent, geht aus einer ÖHV-Umfrage hervor.
 

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Spitzenhoteliers gehen optimistischer in die Wintersaison als 2016/17

Berlin (APA/dpa) - Die Auto- und die Computerindustrie müssen nach Einschätzung von Experten der deutschen Regierung in den nächsten Jahren nicht um eine ausreichende Versorgung mit dem wichtigen Rohstoff Lithium bangen. Das für viele Elektroauto-Batterien oder Smartphone-Akkus unerlässliche Leichtmetall dürfte bis 2025 ohne größere Probleme verfügbar sein.
 

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Kein Engpass an E-Rohstoff Lithium bis 2025

Paris (APA/dpa) - Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat in Großbritannien eine Verbesserung der beruflichen Ausbildung eingemahnt. Obwohl es im Vereinigten Königreich einen starken Aufschwung mit einer rekordhohen Beschäftigung gebe, bleibe die Produktivität der britischen Arbeitnehmer nach wie vor schwach.
 

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OECD warnt vor Verschärfung des Fachkräftemangels in UK