Entspannung zwischen USA und China treibt Börsen an

Die Anleger goutieren die Äußerungen von Chinas Staatschef Xi auf einem Wirtschaftsforum in China als positive Botschaft. Der Handelsstreit scheint zumindest vorläufig abgewendet werden. Die Börsen in den USA ziehen an, ebenso in Europa. Die Russland-Sanktionen haben die Börse in Moskau erneut in die Teife gerissen.

New York. Die versöhnlichen Tönen von Chinas Staats-und Parteichef angesichts des amerikanisch-chinesischen Handelsstreits haben die Stimmung an den US-Börsen verbessert. Mit deutlichen Gewinnen haben die Leitindeices Der Dow Jones, S&P sowie Nasdaq Composite gestartet. Der Dow stieg bis 16 Uhr um 320,02 Einheiten oder 1,33 Prozent auf 24.299,12 Zähler. Der S&P-500 Index legte 27,84 Punkte oder 1,07 Prozent auf 2.641,00 Zähler zu. Der Nasdaq Composite Index gewann 78,48 Punkte oder 1,13 Prozent auf 7.028,82 Punkte.

Auch Europas Börsen zog es nach oben. Der Dax konnte über 1,4 Prozent zulegen, der EuroStoxx50 schaffte immerhin Zugewinne um 0,64 Prozent. Der ATX in Wien konnte um rund 0,9 Prozent zulegen. Auch die Aktien der Unternehmen, die in Russland enagiert sind, konnten anch dem gestrigen Kursgemetzel an der Moskauer Börse, das bis in den ATX wirkt, sich wieder erholen.

Xi Jinping hatte in einer Rede auf dem asiatischen Wirtschaftsforum in Bo'ao in Südchina geringere Zölle auf Autoimporte, mehr Marktzugang und bessere Investitionsbedingungen in Aussicht gestellt. Die Aussagen des Staats- und Parteichefs deuteten auf ein kapitalistischeres und globaler aufgestelltes China hin, schrieb Analyst Michael Hewson vom Handelshaus CMC Markets UK.

Die Aktien von Autobauern reagierten positiv auf die Entspannung im Handelsstreit. So fanden sich im Frühhandel Ford (plus 2,13 Prozent), General Motors (plus 1,80 Prozent) und Tesla (plus 3,02 Prozent) unter den Gewinnern.

Im Gegensatz zur postitiven Laune an den US-Börsen und in Europa ist die Moskauer Börse erneut in Strudeln gekommen. Die Anleger ziehen aufgrund der Russland-Sanktionen offenbar scharenweise ihr Kapital ab. Am Vormittag hatte der Leitindex RTS erneut über fünf Prozent verloren. Der rund 50 der größten russischen Unternehmen fassende Leitidex konnte jedoch das Minus am Dienstagnachmittag auf 0,6 Prozent noch drücken. Ziwschenzeitlich war der Leitindex um 5,5 Prozent erneut abgestürzt.

Weiterhin unter Druck sind die Aktien von Unternehmen, die unter dem Einfluss von verschiedenen Oligarchen stehen, die am Freitag im zuge der Russland-Sanktionen auf die "Schwarze Liste" gesetzt wurden. Die USA hatte sieben Oligarchen und zwölf ihrer Unternehmen sanktioniert, weil Russland sich in den Präsidentschaftswahlkampf 2016 eingemischt habe.

Von den Sanktionen betroffen sind nun Industrietycoon Oleg Deripaska, VTB-Chef Andrej Kostin, Gazprom-Chef Alexej Miller sowie der Abgeordnete Suleiman Kerimow. Seine Familie den größten russischen Gold-Produzenten Polyus kontrolliert. Aber auch Viktor Vekselberg, der zum Kreml nicht so enge Bande pflegen soll, ist von den Sanktionen dieses Mal betroffen. Vekselberg hat unter anderem be den Schweizer Unternehmen Orlikon und Sulzer die Kontrolle. Beide Unternehmen haben den gestrigen Kursabsturz von rund zehn Prozent heute zwar noch nicht wettmachen können. Sulzer und Oerlikon schlossen heute mit 0,38 sowie 2,41 Prozent im Plus.

Im Rampenlicht standen auch weiter der Datenskandal des Online-Netzwerks Facebook: Unternehmenschef Mark Zuckerberg geht in seine erste Anhörung im US-Kongress mit weiteren Eingeständnissen schwerer Fehler. Facebook habe das Ausmaß seiner Verantwortung nicht erkannt, erklärte der 33-Jährige in einer vorab veröffentlichten Stellungnahme für einen Ausschuss des Abgeordentenhauses. Facebook-Aktien notierten im Frühhandel kaum verändert mit einem Plus von 0,06 Prozent.

Aktien von Netflix legten kurz nach Handelsstart 2,40 Prozent zu. Die US-Bank JP.Morgan hatte das Kursziel vor Geschäftszahlen zum ersten Quartal von 285 auf 328 US-Dollar angehoben und die Einstufung auf "Overweight" belassen. Der Online-Filmanbieter dürfte ein starkes Zahlenwerk ausweisen, schrieb Analyst Douglas Anmuth. Auch Morgan Stanley erhöhte das Ziel deutlich von 275 auf 350 Dollar. Nvidia-Aktien profitierten ebenfalls von einer Analystenempfehlung und gewannen 4,40 Prozent. Morgan Stanley hat seine Empfehlung für das Papier auf "overweight" erhöht.

Darüber hinaus bahnt sich in der Zulieferindustrie ein weiteres Milliardengeschäft an: Tenneco will den Konkurrenten Federal Mogul für 5,4 Milliarden Dollar schlucken. Eingefädelt hat den Deal Investor Carl Icahn, zu dessen Firmenimperium Federal Mogul seit rund zehn Jahren gehört. Alle Seiten seien sich handelseinig und hätten eine entsprechende Erklärung unterzeichnet, teilte die beteiligten Parteien mit. Tenneco-Aktien gewannen im Frühhandel 6,17 Prozent.

Wien (APA) - Eine aktuelle Umfrage sieht eine deutliche Mehrheit gegen den von der Regierung geplanten Zwölf-Stunden-Arbeitstag. Laut einer vom Meinungsforscher Peter Hajek für ATV durchgeführten Umfrage, sprechen sich 59 Prozent gegen die Regierungspläne aus. Auch ÖVP- und FPÖ-Wähler unterstützen die Pläne nur zu 50 bzw. 49 Prozent. 54 Prozent attestieren der Regierung Klientelpolitik für Unternehmer, Beamte und Bauern.
 

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Arbeitszeit: Umfrage sieht deutliche Mehrheit gegen Zwölf-Stunden-Tag

Tokio (APA/AFP) - Angesichts einer alternden Bevölkerung und zunehmenden Fachkräftemangels hat die japanische Regierung eine Lockerung der Einreisebestimmungen angekündigt. "Der Fachkräftemangel ist dringlicher geworden", sagte Kabinettssekretär Yoshihide Suga am Freitag vor Journalisten.
 

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Japan will Einreisebestimmungen lockern und mehr Fachkräfte holen

Moskau (APA/dpa) - Die Fußball-WM wird Russland nach Einschätzung seiner Nationalbank nur ein geringes Wirtschaftswachstum bringen. Aufs Jahr gerechnet sei ein Plus von 0,1 bis 0,2 Prozentpunkten zu erwarten, sagte Zentralbankchefin Elvira Nabiullina am Freitag in Moskau. "Dafür wird sich die Weltmeisterschaft positiv auf die Erwartung und Stimmung der Russen wie der Gäste auswirken", sagte sie laut Agentur Tass.
 

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Russische Nationalbank erwartet kaum Wirtschaftswachstum durch WM