Energiebranche in Deutschland schlägt Alarm: Kein Ende des Abwärtstrends

Berlin - Die deutsche Energiebranche sieht kein Ende ihres Abwärtstrends und fordert ein schnelles Eingreifen der Politik. Die wirtschaftliche Lage der Stromversorger habe sich weiter verschlechtert, erklärte der Bundesverband Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Dienstag unter Berufung auf eine Umfrage unter Geschäftsführern von 265 Unternehmen.

Mehr als zwei Drittel sagten demnach, dass die Schwäche in der Stromsparte sich negativ oder sogar sehr negativ auf das Geschäftsergebnis auswirke. "Dieses aktuelle Stimmungsbild ist ein deutlicher Weckruf an die Politik", sagte BDEW-Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller. 2015 müsse wieder ein Jahr der Entscheidung für die Energiewende werden.

Den Unternehmen machen vor allem die stark gefallenen Strom-Großhandelspreise an den Börsen zu schaffen. Hintergrund ist unter anderem die kräftig gestiegene Produktion aus Wind- und Solar-Energie. 2014 kamen nach BDEW-Angaben fast 28 Prozent des Inlandsverbrauchs von erneuerbaren Energien. 2013 waren es noch etwa lediglich 25 Prozent. Ökostrom hat sich damit noch vor der Braunkohle an die Spitze gesetzt. Gaskraftwerke, die vergleichsweise teuer sind, produzierten erneut weniger.

Müller verwies darauf, dass der Ökostrom zwar für viele Unternehmen wichtiger werde und sich dies auch positiv auf das Geschäft auswirke. Angesichts der Probleme in der konventionellen Produktion schrumpfe aber der Spielraum: "Die Investitionsfähigkeit der Unternehmen wird geringer." Zudem seien Kohle- und Gaskraftwerke weiter wichtig, um die schwankende Erzeugung aus Wind oder Sonne auszugleichen, sagte Müller. Daher müsse die Politik hier handeln.

Der BDEW dringt in Deutschland auf eine Form des sogenannten Kapazitätsmarktes, bei dem bestehende Kraftwerke für die zuverlässige Produktion von Energie zusätzlich bezahlt werden. Die Bundesregierung will aber weitere Subventionen in der Energiebranche so gering wie möglich halten und setzt eher auf eine Weiterentwicklung des bisherigen Strommarktes, der über eine Not-Reserve abgesichert werden soll. Entscheidungen sollen in diesem Jahr fallen.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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