Enel hat vier Angebote für Mehrheitspaket an Slovenske Elektrarne

Bratislava/Rom - Für das Mehrheitspaket von 66 Prozent am teilstaatlichen slowakischen Energieversorger Slovenske Elektrarne (SE), von dem sich der italienische Stromkonzern Enel trennen will, gibt es bisher vier Interessenten. Das hat der slowakische Wirtschaftsminister Pavol Pavlis bestätigt, wie das slowakische Wirtschaftsblatt "Hospodarske noviny" am Mittwoch berichtet.

"Enel hat vier Angebote erhalten und wird sie bis Ende April auswerten", erklärte Pavlis. Den Termin wollten die Italiener vorerst nicht bestätigen. Der Verkaufsprozess sei "weiterhin aktuell", so lange er aber läuft, werde man keinerlei detaillierte Informationen veröffentlichen, hieß es lediglich von Enel-Seite gegenüber der slowakischen Nachrichtenagentur Sita.

Als Interessenten wurden von den Italienern bisher nur der tschechische Energiekonzern CEZ sowie die slowakische Raffinerie Slovnaft zusammen mit der ungarischen MVM Group bestätigt. Medien spekulieren, dass auch die China National Nuclear Corporation (CNNC) sowie die tschechische Industrieholding EPH von Daniel Kretinsky unter den Interessenten sein sollen.

Ob auch die Slowakei selbst noch Interesse anmelden wird, ihren Anteil beim größten Stromproduzenten im Land zu erhöhen, steht laut Pavlis weiterhin nicht fest. Priorität für die Regierung in Bratislava bleibt der Fertigbau des Atomkraftwerks Mochovce, erklärte er. Zur Fertigstellung des AKW hatten sich die Italiener noch im Privatisierungsprozess verpflichtet.

Der Bau des dritten und vierten Reaktorblocks in Mochovce wurde von Enel 2008 begonnen und sollte laut ursprünglichen Plänen bis 2013 abgeschlossen werden. Wegen zahlreicher Verzögerungen gilt jetzt aber 2017 als definitiver Fertigstellungstermin. Die Gesamtkosten sollen 4,6 Mrd. Euro betragen. Gerade der Mochovce-Bau gilt beim Verkauf der SE-Anteile als Risikofaktor.

Enel hatte den Verkauf seiner Aktiva in der Slowakei und in Rumänien im Juli 2014 beschlossen. Der Preis für das SE-Mehrheitspaket ist noch nicht bekannt, fest steht nur, dass der Verkauf in beiden genannten Ländern insgesamt rund 4,4 Milliarden einbringen soll. Vor rund neun Jahren hatten die Italiener für die SE-Anteile knapp 840 Mio. Euro bezahlt.

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