Embraer und Boeing sprechen weiter über Zusammenschluss

Sao Paulo/New York/Chicago (APA/dpa) - Der brasilianische Flugzeugbauer Embraer lotet weiterhin seine mögliche Übernahme durch den US-Rivalen Boeing aus. Die Gespräche über einen Zusammenschluss dauerten an, teilte Embraer am Donnerstag am Unternehmenssitz in Sao Paulo mit.

Boeings Lateinamerika-Chefin Donna Hrinak und andere Manager des US-Konzerns wollten sich im Tagesverlauf in New York mit dem brasilianischen Finanzminister Henrique Meirelles treffen.

Zuvor hatte der Abgang des bisherigen Verteidigungsministers Raul Jungmann, der die Gespräche für Brasilien geführt hatte, den Verhandlungen eine überraschende Wendung gegeben. Vorübergehend führt nun der ehemalige General Joaquim Silva e Luna das Ministerium. Brasilianischen Medien zufolge hatte er sich gegen einen Verkauf von Embraer gewehrt. Die Regierung hält eine sogenannte Goldene Aktie an dem einst staatlichen Konzern, der neben Regionaljets auch Kampfjets und Militärtransporter herstellt. Mit dieser Aktie kann sie einen Verkauf verhindern. Von Embraer hieß es nun, es sei unsicher, ob der Deal mit Boeing zustande komme.

Im abgelaufenen Jahr musste Embraer einen Umsatzrückgang um sechs Prozent auf 5,8 Mrd. US-Dollar (4,7 Mrd. Euro) hinnehmen. Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn (bereinigtes Ebit) brach um ein Fünftel auf 397 Mio. Dollar ein. Dabei lieferte das Unternehmen 101 Verkehrsflugzeuge und 109 Geschäftsreise-Jets aus. Für das laufende Jahr peilt die Embraer-Führung die Auslieferung von 85 bis 95 Verkehrsmaschinen und 105 bis 125 Geschäftsreise-Fliegern an.

Der erwartete Rückgang bei den Verkehrsjets liegt an der Umstellung auf die neue Generation der E2-Jets. Bei diesem kommt ein ähnlicher Triebwerkstyp von Pratt & Whitney zum Einsatz, wie er den Airbus A320neo und Bombardiers C-Serie antreibt.

Embraer ist wie der kanadische Konkurrent Bombardier stark im Geschäft mit den kleineren Regionaljets, wie sie die Platzhirsche Boeing und Airbus nicht im Angebot haben. Airbus war jüngst bei Bombardiers C-Serie eingestiegen, nachdem die USA den in Schieflage geratenen kanadischen Konzern wegen erhaltener Staatshilfe mit hohen Strafzöllen belegt hatten. Im Dezember hatte Embraer bestätigt, mit dem Airbus-Rivalen Boeing über einen Zusammenschluss zu verhandeln. In welcher Form dieser geschehen soll, ist aber noch offen.

Siemens liefert den ÖBB zur Verwendung ab 2022 neue Züge. Der Rahmenvertrag dazu war im Juli bekanntgeworden, nun sind alle Einspruchsfristen abgelaufen und der Deal ist fixiert. Bis zu 700 Waggons für die Personenbeförderung im Wert von bis zu 1,5 Mrd. Euro können die ÖBB in dem Vertrag abrufen. Gebaut werden die Wagen im Siemens-Werk in Wien.
 

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Neue Siemens Züge für ÖBB ab 2022 in Betrieb

Eine schwache Nachfrage nach Graphikkarten für die Erzeugung von Kryptowährungen wie Bitcoin stimmt den US-Konzern Nvidia vorsichtig. Der Umsatz im laufenden Quartal werde wohl bei 3,25 Mrd. Dollar (2,9 Mrd. Euro), plus/minus zwei Prozent, und damit unter den von Analysten im Schnitt geschätzten 3,34 Milliarden liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
 

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Chiphersteller Nvidia steigerte Umsatz

Mehr als 1.000 Mitarbeiter von Google haben in einem Brief Bedenken gegen die Rückkehr des Suchmaschinen-Giganten nach China angemeldet. Die zensierte Suchmaschine mit dem Projektnamen "Dragonfly" (Libelle) werfe "dringende moralische und ethische Fragen auf", zitierte das US-Portal "The Intercept" am Donnerstag aus dem Schreiben an die Konzernführung, in dem auch mehr Informationen zu den Plänen gefordert werden.
 

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Protestbrief: Mitarbeiter von Google hinterfragen China-Pläne