Einkommen der Österreicher stagniert pro Kopf, steigt aber pro Stunde

Wien (APA) - Bei der Entwicklung der Einkommen steht Österreich im europäischen Vergleich nicht so schlecht da wie es auf den ersten Blick scheint. Pro Kopf stagniert das Jahreseinkommen seit 2010 zwar, in Stundenlöhnen gemessen gibt es aber einen Anstieg zu sehen, sind sich Experten der Wirtschaftskammer (WKO), des Instituts für Höhere Studien (IHS) sowie des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) einig.

Von 2010 bis 2017 ist das reale Brutto-Jahreseinkommen pro Kopf nicht gestiegen, berichtete die Tagezeitung "Der Standard" heute, Mittwoch. Im EU-Schnitt lag das Wachstum nach Abzug der Inflation dagegen bei 0,6 Prozent, heißt es in dem Zeitungsbericht auf Basis von Daten der EU-Kommission und der WKO.

Für die Stagnation sei vor allem die höhere Inflation in Österreich als im EU-Schnitt verantwortlich gewesen, wird der IHS Experte Helmut Hofer im "Standard" zitiert. Zudem würde ein enormer Beschäftigungsanstieg in Österreich die Zahlen verwässern. Seit 2010 seien laut Hofer rund 300.000 Jobs hinzugekommen, schreibt die Tageszeitung.

Berücksichtigt man jedoch, dass die durchschnittliche Arbeitszeit in Österreich laut Eurostat-Daten in diesem Zeitraum um 1,2 Stunden zurückgegangen ist, ergibt sich pro Stunde ein klares Lohnwachstum, kommentierte Rolf Gleißner, stellvertretender Abteilungsleiter Sozialpolitik der WKO, den Bericht des "Standard". Gleißner teilt sich damit eine Meinung mit Hofer sowie mit dem Lohnexperten Thomas Leoni vom Wifo, der ebenfalls im Bericht des "Standard" zu Wort kommt.

"Tatsächlich sind die heimischen Stundenlöhne seit 2010 stärker gestiegen als im EU-Schnitt", so Gleißner laut Aussendung. Geholfen habe dabei auch die "solide Lohnpolitik der Sozialpartner", sagt der Experte. Dass die durchschnittliche Arbeitszeit gesunken ist, liege vor allem an einem Anstieg der Teilzeit-Angestellten sowie an einem Rückgang der Überstunden.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang laut Gleißner außerdem, dass die Zahl der Arbeitsstunden in Österreich vergleichsweise stark gefallen ist. Im EU-Vergleich ist die Stundenzahl nur in Kroatien (minus 1,4 Stunden) noch stärker zurückgegangen als in Österreich. Im Durchschnitt der 28 EU-Mitgliedsstaaten hat sich die Arbeitszeit von 2010 bis 2017 nur um 0,2 Stunden reduziert.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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