Eder fordert Anti-Dumping-Maßnahmen für Stahlbranche

Wien/Linz/London -Die europäische Stahlbranche leidet unter der billigen Konkurrenz aus China. Die indische Tata will sich ganz aus Großbritannien zurückziehen. Dort ist auch der heimische Stahlriese voestalpine mit 24 Gesellschaften an sechs Standorten tätig. voestalpine-Vorstandschef Wolfgang Eder kommentiert zwar den Schritt des Wettbewerbers nicht, äußert aber einmal mehr Sorgen, die die Branche in Europa habe.

Der voestalpine-Chef fordert von der EU "wirksame Anti-Dumping-Maßnahmen, die so schnell wie möglich umgesetzt werden müssen", wie er in einem Statement gegenüber der APA mitteilt. "Das Überleben des Stahlsektors hängt von den zukünftigen Rahmenbedingungen für energieintensive Industrien in der Europäischen Union ab", warnt Eder.

Der kontinuierliche Preisdruck durch die Dumpingpreise bei den Einfuhren "könnte auf lange Sicht nicht nur Auswirkungen auf die Stahlaktivitäten, sondern auch alle stahlbasierten Wertschöpfungsketten" in Europa haben. Die derzeitige Kostenstruktur, mit der die europäischen Stahlfirmen konfrontiert seien, lasse bei Standard-Stahlprodukten aus Europa keinen echten Wettbewerb gegenüber Herstellern aus anderen Weltregionen wie China oder Indien zu - solange Einfuhren auf künstlichen Preisen beruhen würden, so der voestalpine-Chef.

Wenn die Politik nicht schnell Hilfsmaßnahmen im Sinne der Zukunft der europäischen Grundstoffindustrie umsetze, würden tausende weitere Arbeitsplätze in der EU stark gefährdet, warnt Eder. Gleichzeitig gebe es die Gefahr, "das letzte Ass" einfach so zu verspielen: Noch habe die EU in einigen Bereichen der Stahlindustrie die Technologieführerschaft, die aber auch gefährdet werde.

Die voestalpine hat sich in den vergangenen Jahren auch wegen der genannten Entwicklungen von einem reinen Stahlunternehmen zu einem stahlbasierter Technologie- und Industriegüterkonzern weiterentwickelt, erinnert Eder. "Daher stehen wir seit Jahren auf einer soliden Gewinnbasis."

Die voestalpine ist in Großbritannien ausschließlich in der Weiterverarbeitung tätig - mit 650 Mitarbeitern und 30 Lehrlingen. 7 Prozent der voestalpine-Aktien werden von Investoren aus dem Vereinigten Königreich gehalten.

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