EAG-Chef Windtner sieht starken Trend zur dezentralen Stromproduktion

Wien/Linz (APA) - Durch die "Energiewende", also die massive Förderung von Strom aus Sonnen- und Windenergie, steht die Strombranche vor einer Situation, wie sie in der Geschichte noch nie da war, sagte Leo Windtner, Chef der Energie AG Oberösterreich (EAG), am Freitag im ORF-Programm "Saldo".

Setzte man vor wenigen Jahren noch auf Großkraftwerke, gehe der Trend nun stark in Richtung dezentraler Stromerzeugung.

Das 2008 fertiggestellte Gaskraftwerk in Timmelkam etwa sei auf 6.500 jährliche Betriebsstunden ausgelegt gewesen, lief im Vorjahr aber nur 97 Stunden, weil Wind und Sonne bevorzugt werden. Aber als das Werk gebaut wurde, gingen alle von steigendem Bedarf aus, die Energieerzeuger waren angehalten, die Versorgung sicherzustellen. Durch die Förderung alternativer Quellen "wurde ein Tsunami ausgelöst", sagte Windtner. "Ich wüsste nicht, welchen Fehler man der Branche hier zurechnen sollte." Zugleich ist Windtner davon überzeugt, dass an den Erneuerbaren kein Weg vorbeiführt. Es müsse aber einen Umstieg von "Dauersubventionen" auf Investitionsanreize geben.

Immer mehr Verbraucher erzeugen sich ihren Strom selber und werden zum "Prosumer", darauf müsse man mit einem topmodernem Netzmanagement reagieren. Allerdings stagniere der Netzausbau. Das jedoch "liegt ausschließlich in den Händen der Politik", meint Windtner. Die europäische Vision, im Norden mit Wind und im Süden mit Sonne Strom zu erzeugen und diesen dann in den Alpen in Speicherkraftwerken zu speichern, "wird sich da nicht ausgehen".

"Absurd" ist für Windtner, dass die Energieversorger unter dem neuen Energieeffizienzgesetz (EEG) dafür verantwortlich sind, dass Kunden weniger Strom verbrauchen. Das sei, als ob ein Restaurant dafür sorgen müsste, dass ihre Kunden pro Jahr 2 kg abnehmen, verglich er.

Brüssel (APA) - Die Staatssekretärin im Innenministerium, Karoline Edtstadler, (ÖVP) hat am Montag bei einer von der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) in Brüssel veranstalteten Konferenz zu Cybersecurity, betont, es sei eine Pflicht, das entsprechende EU-Gesetzespaket bis Jahresende abzuschließen. OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny erklärte, dass es wöchentlich Cyberattacken auf österreichische Banken gebe.
 

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Edtstadler will EU-Cybersecurity-Paket heuer abschließen

Washington (APA/dpa) - Im eskalierenden Handelsstreit der USA mit vielen Ländern der Welt haben die Vereinigten Staaten nun ihrerseits Beschwerde bei der Welthandelsorganisation (WTO) eingelegt. Diese richte sich gegen die Vergeltungszölle, die China, die Europäische Union, Kanada, Mexiko und die Türkei als Reaktion auf US-Sonderzölle auf Aluminium und Stahlimporte einführten.
 

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USA legen Beschwerde bei WTO gegen Strafzölle ein

Moskau/Kiew (APA) - Der italienische Innenminister Matteo Salvini hat die EU aufgerufen, den Sanktionen gegen Russland ein Ende zu setzen. Es sei nicht auszuschließen, dass Italien die zum Jahresende anstehende Verlängerung der Sanktionen gegen Russland durch sein Veto stoppen werde, sagte Salvini bei einer Pressekonferenz im Rahmen seines Besuchs in Moskau am Montag.
 

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Salvini droht mit Veto gegen Verlängerung der Russland-Sanktionen