E-Wirtschaft "in größtem Umbruch der Zweiten Republik"

(APA) - Die E-Wirtschaft befindet sich nach den Worten des Präsidenten von Oesterreichs Energie, Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber "in ihrem größten Umbruch in der Zweiten Republik" - "und es wurde furchtbarer als wir noch vor zwei Jahren dachten". Der Markt sei 14 Jahre nach der EU-weiten Liberalisierung dieses Sektors "zu einem Wettbewerb der Förderungen verkommen", kritisierte er am Mittwoch in Graz.

Nötig seien marktwirtschaftliche Anreize zur CO2-Reduktion. Heute sei die Kostenwahrheit nicht gegeben, verwies Anzengruber etwa auf die jüngste umstrittene EU-Genehmigung einer Beihilfe für ein britisches AKW. Gäbe es Kostenwahrheit, dann würde heute in die Atomenergie in Europa mit Sicherheit nicht investiert, sagte Anzengruber am Nachmittag in seiner Eröffnungsrede beim Oesterreichs Energie Kongress 2014.

Die Investitionen auch des heimischen Stromsektors seien massiv gesunken, "die Zeiten mit einer Milliarde Euro pro Jahr sind bei uns vorbei". Im ersten Quartal habe es im Strom-Außenhandel Österreichs einen 40-prozentigen Importüberhang gegeben, so Anzengruber: Im ersten Halbjahr seien es 20 Prozent gewesen, "und wenn es so weitergeht, werden wir irgendwo bei 30 Prozent liegen". In den heimischen EVU sei angesichts der Situation am Markt "dringend eine Modernisierung der Strukturen angesagt".

Ja, die Fülle von volatiler Stromerzeugung im Netz sei ein Problem, und vor allem die Differenz zwischen Base- und Peak-Load sei "aus dem Lot", sagte Energie-Sektionschef Christian Schönbauer am Mittwoch in Vertretung von Vizekanzler Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) beim Kongress. "Das ist die größte Lücke, die es zu schließen gilt", meinte der Sektionschef, räumte aber ein, dass dafür "noch niemand wirklich die Lösung, die Antwort" habe. Das sollte aber in der nächsten Periode verfeinert, also angegangen werden.

Im Oktober wird das geplante Energieinfrastrukturgesetz als Entwurf in Begutachtung gehen, kündigte Schönbauer an. Für Genehmigungen solle der "Instanzenzug schlanker" werden, kündigt er im Zusammenhang mit der kurz vor Aussendung befindlichen Infrastruktur-Verordnung an.

Bei der künftigen Energiepolitik - laut Regierungsprogramm ist eine Energiestrategie 2030 zu erarbeiten - würden Ökostrom und Erneuerbare weiter ein Schwerpunkt sein, so Schönbauer. Barbara Schmidt, Generalsekretärin von Oesterreichs Energie, bezifferte den Erneuerbaren-Anteil in Österreich mit aktuell 76 Prozent.

Siemens liefert den ÖBB zur Verwendung ab 2022 neue Züge. Der Rahmenvertrag dazu war im Juli bekanntgeworden, nun sind alle Einspruchsfristen abgelaufen und der Deal ist fixiert. Bis zu 700 Waggons für die Personenbeförderung im Wert von bis zu 1,5 Mrd. Euro können die ÖBB in dem Vertrag abrufen. Gebaut werden die Wagen im Siemens-Werk in Wien.
 

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Neue Siemens Züge für ÖBB ab 2022 in Betrieb

Eine schwache Nachfrage nach Graphikkarten für die Erzeugung von Kryptowährungen wie Bitcoin stimmt den US-Konzern Nvidia vorsichtig. Der Umsatz im laufenden Quartal werde wohl bei 3,25 Mrd. Dollar (2,9 Mrd. Euro), plus/minus zwei Prozent, und damit unter den von Analysten im Schnitt geschätzten 3,34 Milliarden liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
 

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Chiphersteller Nvidia steigerte Umsatz

Mehr als 1.000 Mitarbeiter von Google haben in einem Brief Bedenken gegen die Rückkehr des Suchmaschinen-Giganten nach China angemeldet. Die zensierte Suchmaschine mit dem Projektnamen "Dragonfly" (Libelle) werfe "dringende moralische und ethische Fragen auf", zitierte das US-Portal "The Intercept" am Donnerstag aus dem Schreiben an die Konzernführung, in dem auch mehr Informationen zu den Plänen gefordert werden.
 

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Protestbrief: Mitarbeiter von Google hinterfragen China-Pläne