E-Wirtschaft: Bis zuletzt Streit um Kosten für Kraftwerksreserven

Wien/Pamhagen (APA) - In der heimischen E-Wirtschaft wurde bis vor kurzem noch um die Kosten für die Vorhaltung thermischer Kraftwerke zur Aufrechterhaltung der Stromnetzstabilität und damit der Versorgungssicherheit gestritten. Früher trug auch der deutsche Netzbetreiber Tennet diese Reservekapazitätskosten mit, durch die Stromhandelszonen-Trennung ab 1. Oktober muss das die heimische APG allein tun.

Dabei geht es um die Vorhaltung von 3.600 Megawatt (MW) an kalorischer Kraftwerkskapazität, wie Leonhard Schitter, der Präsident des Branchenverbandes Oesterreichs Energie, am Mittwoch vor Journalisten sagte. Insgesamt gibt es in Österreich rund 5.500 MW (5,5 GW) thermische Leistung, überwiegend mit Gas betriebene Anlagen. Der Übertragungsnetzbetreiber Austrian Power Grid (APG) hatte das Volumen von 3,6 GW schon länger ausgeschrieben, die Verhandlungen für eine dreijährige Kontrahierungsphase unter der Ägide des Regulators E-Control gestalteten sich in preislicher Hinsicht aber zeitweise zäh.

Den dafür infrage kommenden fünf Betreibern kalorischer Anlagen - Verbund, EVN, Wien Energie, EAG Oberösterreich sowie Salzburg AG - waren die von der APG offerierten Kostenabgeltungen lange Zeit zu niedrig. Nur zu Grenzkosten könne man die Kraftwerke nicht betriebsbereit vorhalten, um sie bei Bedarf in kurzer Zeit zum Laufen zu bringen. "Ja, es geht natürlich ums Geld", hieß es ähnlich von anderer Seite. Die Streitpunkte bezogen sich auf die Basiskosten der Kraftwerksvorhaltung, denn für tatsächliche Stromabrufe durch die APG erhalten die Anlagenbetreiber dann ohnedies auch die variablen Kosten abgegolten.

Nun, kurz vor dem Stichtag 1. Oktober, dürfte aber der Großteil der Kontrahierungsverträge bereits unter Dach und Fach sein, wie am Mittwoch gegenüber der APA aus verlässlicher Quelle verlautete. Kommende Woche, also noch zeitgerecht vor dem Inkrafttreten, sollte alles in trockenen Tüchern sein, auch wenn sich die APG mehr als drei Jahre Laufzeit gewünscht hätte.

Von den 3,6 GW Reservekapazität, die dem Höchstspannungsnetzbetreiber APG zur Verfügung stehen, müssen 1,0 GW schon jetzt ab 1. Oktober und dann ab Oktober 2019 rund 1,5 GW rein rechnerisch bereit stehen, damit am künftig engeren "Flaschenhals" an der deutsch-österreichischen Grenze insgesamt 4,9 GW verfügbar sind. Diese 1 bzw. 1,5 GW hat sich die deutsche Bundesnetzagentur für die Nachfolgeregelung zur früheren gemeinsamen Stromhandelszone der beiden Länder von Österreich ausbedungen.

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