E-Control warnt vor Vienna-Sponsor Care Energy

Die Energieregulierungsbehörde hat in den vergangenen Tagen bereits 150 Anfragen verunsicherter Konsumenten zu Care Energy erhalten, der für größte Verwirrung sorgt. Das Unternehmen trete laut E-Control als Energielieferant auf, obwohl es nicht als solcher registriert sei.

Wien/Hamburg. Die Energieregulierungsbehörde E-Control warnt neuerlich vor dem Unternehmen Care Energy. Mittlerweile gebe es bereits mehr als 150 Anfragen und Beschwerden, so die E-Control am Donnerstag. Care Energy weist die Kritik zurück: Man sei kein Energielieferant. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Hamburg und ist Hauptsponsor des ältesten Wiener Fußballklubs First Vienna FC.

Allein in den vergangenen Tagen hätten sich mehr als 120 Personen an die E-Control gewandt, weil sie von Care Energy über angeblich bereits abgeschlossene Verträge informiert worden seien, erklärte die heimische Regulierungsbehörde in einer Aussendung. Viele Kunden seien verunsichert, weil sie glaubten, dass ihr Energielieferant gewechselt wurde oder hätten Angst, dass der Strom abgeschaltet werde.

E-Control-Vorstand Walter Boltz verweist darauf, dass Care Energy in Österreich nicht als Energielieferant registriert sei, obwohl das Unternehmen aus Sicht des Regulators als Energielieferant auftrete. Die Vorgehensweise von Care Energy sei "äußerst intransparent" und verunsichere viele Konsumenten. Die E-Control habe bereits ein Verfahren eingeleitet.

Care Energy hingegen argumentiert, kein Energieversorger, sondern lediglich Dienstleister zu sein. "Wir verkaufen weder Strom noch Gas, sondern helfen Kunden bei Energiekostenoptimierung, Energieeffizienzsteigerung und der Organisation ihrer Versorgung", sagte Pressesprecher Marc März auf APA-Anfrage.

Das Unternehmen verspricht seinen Kunden einen Cent Rabatt pro Kilowattstunde auf dessen Strompreis. Der "Energiedienstleistungsvertrag" sei kostenfrei. Im Rahmen des Vertrages erhalte der Kunde lediglich Angebote, die er annehmen könne, aber nicht müsse.

Die E-Control wiederum erklärte, dass auch die deutsche Regulierungsbehörde Bundesnetzagentur gegen das Unternehmen bereits seit einiger Zeit Verfahren führe.

Konsumenten würden als Vertragspartner begrüßt, obwohl sie noch nie Kontakt mit Care Energy gehabt hätten, heißt es in der Pressemitteilung der E-Control von heute, Donnerstag. Auch Personen, die ein Formular der Care Energy bei einem Haustürgeschäft unterschrieben, danach aber schriftlich widerrufen hätten, hätten eine Vertragsbestätigung erhalten. Care Energy erklärt das unter anderem mit möglichen Überschneidungen am Postweg.

Betroffenen, die keinen Vertrag mit dem Unternehmen wollen, empfiehlt die E-Control, sich rasch mittels eingeschriebenem Brief an Care Energy zu wenden. Musterbriefe finden sich auf der Homepage der Regulierungsbehörde. Care Energy ortet eine "vorsätzliche Verbreitung von Unwahrheiten" sowie eine "Verunsicherungspolitik" der E-Control und droht mit rechtlichen Schritten, diese würden derzeit geprüft.

Care Energy hat nach Eigenangaben rund 410.000 Kunden in Deutschland und 25.000 in Österreich. 150 Rückfragen bei 25.000 Kunden seien eine bedauerliche, aber geringfügige Zahl, so das Unternehmen

Chef von Care Energy ist der Österreicher Martin Richard Kristek, sein Vater ist Vienna-Präsident. Der Wiener Fußballklub sei dank des Engagements von Care Energy schuldenfrei, betont das Unternehmen.

Der südafrikanische Steinhoff-Großaktionär Christo Wiese kappt nach seinem Rücktritt als Verwaltungsratschef weitere Verbindungen zu dem angeschlagenen Handelsriesen. Wiese sagte am Freitag den Verkauf der Einzelhandelskette Shoprite an Steinhoffs Afrika-Tochter STAR ohne Angabe von Gründen ab.
 

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Steinhoff-Großaktionär sagt Milliarden-Firmenverkauf ab

Der kriselnde Möbelhändler Steinhoff - Muttergesellschaft von Kika/Leiner - lässt seinen Ankündigungen Taten folgen und versilbert Anteile an der südafrikanischen Investmentgesellschaft PSG Group. So habe das Unternehmen 20,6 Millionen Aktien oder 9,5 Prozent der Anteile an PSG verkauft, teilte Steinhoff am Freitag mit.
 

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Steinhoff verkauft Anteile an südafrikanischer Investmentgesellschaft

Am Mittwoch ist die Air-Berlin-Tochter Niki pleitegegangen. Noch gibt es eine leise Hoffnung, die Firma zu erhalten. Unterdessen fischen Konkurrenten bereits nach den hoch qualifizierten Niki-Mitarbeitern. Und auch die Kunden können hoffen, dass sie nicht um ihr Geld umfallen. Die deutsche Regierung muss aber einen Teil ihres 150 Mio. Euro schweren Überbrückungskredits für Air Berlin abschreiben.
 

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Niki-Pleite - Chancen für Mitarbeiter und letzte Hoffnung für Firma