E-Bewilligung erspart Patienten Weg zur Kasse

Wien - Mit dem im Jänner gestarteten elektronischen Bewilligungs- und Antragsservice (EBS) sollen ärztliche Verordnungen über die E-Card elektronisch abgewickelt werden und dem Patienten damit der Weg zur Krankenkasse für ein Bewilligung erspart werden. Hauptverbands-Chefin Ulrike Rabmer-Koller sieht darin eine "Win-Win-Situation für alle Beteiligten". Die Ärztekammer hat jedoch Einspruch erhoben.

In einem ersten Schritt werden seit Jahresbeginn Verordnungen und Bewilligungen für Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT), Nuklearmedizinische und Humangenetische Untersuchungen, psychologische Diagnostik und Knochendichtemessungen über EBS abgwickelt. Die Teilnahme der Ärzte und Institute erfolgt auf freiwilliger Basis und auch noch nicht alle Krankenkassen nehmen am EBS-System teil. Langfristig sollen alle Verordnungen, eventuelle Bewilligungen, Abrechnungen und auch alle Überweisungen elektronisch erfolgen. Das Papier hat dann ausgedient.

Die Ärztekammer hat allerdings dagegen Einspruch erhoben. Begründet wird dies von der Interessensvertretung damit, dass das System ohne Verhandlungen einfach eingeführt worden sei. Die Ärztekammer fordert einen Vertrag, in dem die technischen Details, die Finanzierung und die Umsetzungsschritte geklärt werden. Rabmer-Koller erklärte dazu gegenüber der APA, derzeit laufe ein Schiedsverfahren. Sie bietet den Ärzten Gespräche an und hofft, dass die Kammer den Nutzen erkennt.

Vorteile bietet das System vor allem für den Patienten. Er muss dem Arzt nur die E-Card übergeben, dieser schickt die Zuweisung elektronisch an die Krankenkasse. Der Patient erhält einen Ausdruck mit der Antrags-Identifikationsnummer (Antrags-ID), mit der er einen Untersuchungstermin vereinbaren kann und wenn er es wünscht, bekommt er eine SMS oder E-Mail zum Status seines Antrages. Das Institut oder Krankenhaus kann mit der Antrags-ID und der Versicherungsnummer des Patienten sehen, ob der Antrag freigegeben ist.

Die Hauptverbands-Chefin verweist auf die "enormen Vorteile" und betont, dass auch jene Ärzte, die das System schon verwenden, sehr zufrieden seien. Vor allem aber bedeute es für die Patienten mehr Komfort, weil sie nicht mehr selbst zur Krankenkasse gehen müssen. Mit diesem weiteren Ausbau des elektronischen Bereichs werde man "das Leben leichter machen". Konkret verweist Rabmer-Koller darauf, dass die eindeutige ID-Nummer einen wesentlichen Vorteil beim Wartezeiten-Management bringe.

Da auch die Indikation vermerkt ist, können die Institute die Termine nach Dringlichkeit vergeben. Und wenn sich ein Patient bei mehreren Instituten um einen Termin bemüht, sehen diese das auch. Die Hauptverbands-Chefin betont, dass die Administration damit einfacher und schneller werde. Das System werde sicherlich auch Einsparungen bringen, genaue Berechnungen darüber hat sie aber noch nicht.

In einer von GfK durchgeführten Umfrage (Stichprobe 2.000 Personen) finden 95 Prozent dieses System gut. 75 Prozent wollen via SMS oder E-Mail über den Status ihrer Anträge benachrichtigt werden und 62 Prozent möchten den Status der Anträge auch in einem Online-Portal nachverfolgen können. Rabmer-Koller hofft, dass auch diese hohe Zustimmung in der Bevölkerung die Ärztekammer überzeugen kann.

Berlin/Frankfurt (APA/dpa) - Der irische Billigflieger Ryanair hat die Gewerkschaft Verdi als Verhandlungspartner für das in Deutschland stationierte Kabinenpersonal anerkannt. Die Gewerkschaft will nun zügig Tarifverhandlungen aufnehmen, wie sie am Mittwoch mitteilte.
 

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Ryanair erkennt Verdi als Verhandlungspartner für Kabine an

München (APA/Reuters) - Die deutsche Internet-Kleinanzeigenbörse Scout24 will mit der Übernahme des Vergleichsportals Finanzcheck.de künftig mehr an Gebrauchtwagen-Krediten verdienen. Der Münchner Betreiber der Portale autoscout24.de und immobilienscout24.de zahlt für den defizitären Ratenkredit-Vermittler 285 Millionen Euro.
 

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Scout24 kauft Vergleichsportal Finanzcheck.de

Washington/Berlin (APA/Reuters) - IWF-Chefin Christine Lagarde hat US-Präsident Donald Trump vor einer Eskalation des Handelsstreits gewarnt. "Die Spannungen in der Handelspolitik haben bereits ihre Spuren hinterlassen, das Ausmaß der Schäden aber hängt davon ab, was die Politik als Nächstes tut", schrieb Lagarde in einem am Mittwoch veröffentlichen Blog im Vorfeld des G-20-Finanzministertreffens am Wochenende in Buenos Aires.
 

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IWF-Chefin Lagarde - Handelsstreit dürfte USA am härtesten treffen