DZ Bank fuhr Rekordgewinn an - Hochzeit mit WGZ naht

Frankfurt - Die robuste Konjunktur in Deutschland und die starke Entwicklung ihrer Versicherungstochter R+V verleihen der DZ Bank Rückenwind. Der Gewinn kletterte im vergangenen Jahr um rund die Hälfte auf den neuen Bestwert von 2,2 Mrd. Euro. Damit hängte das Spitzeninstitut der meisten Volks- und Raiffeisenbanken den deutlich größeren Nachbarn Deutsche Bank ab, der lediglich auf 1,7 Mrd. Euro kam.

Im laufenden Jahr werde es allerdings mehr Gegenwind geben, warnte DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz des Instituts in Frankfurt.

Kirsch, der seinen Vertrag kürzlich bis 2020 verlängerte, möchte die seit langem anvisierte Fusion mit der Schwester WGZ Bank bis Ende des Jahrzehnts unter Dach und Fach bringen. "Das Brautpaar, das da vor der Kirche steht, ist ansehnlich und nach den Übungen des letzten Jahres hinreichend mit Mitgift ausgestattet." Die Eigentümer haben die Kapitalpolster der beiden genossenschaftlichen Spitzeninstitute 2014 im Vorfeld des europaweiten Stresstests gestärkt. Bei der DZ Bank stieg die harte Kernkapitalquote um drei Prozentpunkte auf 12,2 Prozent.

Laut Kirsch müssen beide Banken nun nur noch den richtigen Zeitpunkt für eine Fusion finden. Die Voraussetzungen dafür würden jeden Tag besser. Mehrere Anläufe, die deutlich größere DZ Bank mit der vor allem in Nordrhein-Westfalen aktiven WGZ zu vereinigen, waren in der Vergangenheit gescheitert - unter anderem an Differenzen zwischen den Eigentümern der Institute. Nach Einschätzung von Kirsch würden sich mittlerweile aber auch "die Schwiegereltern" über eine Hochzeit freuen.

Zum Gewinnanstieg der DZ Bank trugen ihre Töchter 2014 maßgeblich bei. Union Investment profitierte von der steigenden Nachfrage nach Immobilien- und Mischfonds, der Versicherer R+V von der gesunkenen Belastung durch Großschäden. Die DZ Bank selbst musste wegen der stabilen Wirtschaftsentwicklung erneut weniger Geld für ausfallgefährdete Kredite zurücklegen. Der Wert der Staatsanleihen, die das Institut in der Bilanz hat, legte ebenfalls zu - allerdings nicht mehr so stark wie 2013.

Im laufenden Jahr rechnet Kirsch mit mehr Gegenwind von den Kapitalmärkten und einer steigenden Risikovorsorge. Der Vorsteuergewinn, der sich im vergangenen Jahr auf 2,9 Mrd. Euro belief, wird nach seiner Einschätzung deshalb auf 1,5 bis 2 Mrd. Euro zurückgehen. Verantwortlich dafür seien auch steigende Belastungen durch niedrige Zinsen und regulatorische Ausgaben. Alleine die Bankenabgabe werde sich für die DZ im laufenden Jahr auf 150 Mio. Euro vervielfachen.

An der Tochter DVB Bank, die auf Schiffs- und Flugzeugfinanzierungen spezialisiert ist, will Kirsch vorerst festhalten. Im vergangenen Jahr waren Verkaufsverhandlungen mit der Bank of Tokio Mitsubishi frühzeitig gescheitert. Aktuell gebe es keinen Verkaufsprozess, sagte Kirsch. Losschlagen werde er die Tochter, die nicht zum Kerngeschäft der Genossenschaftsbanken zählt, nur, wenn ein Bieter einen "ordentlichen Betrag" auf den Tisch legt.

Berlin (APA/Reuters) - Die Deutsche Bahn will angesichts ihrer Probleme bei Pünktlichkeit und Wartung der Fahrzeuge mehr Mitarbeiter als je zuvor einstellen. Auch 2019 sollten rund 20.000 neue Eisenbahner ins Unternehmen kommen, geht aus Konzernunterlagen hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch vorlagen. Zuletzt war von rund 15.000 die Rede.
 

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Deutsche Bahn will 2019 weitere 20.000 Mitarbeiter einstellen

Ingolstadt/Düsseldorf (APA/dpa) - Der für das Deutschlandgeschäft verantwortliche Geschäftsführer des Handelskonzerns MediaMarktSaturn, Wolfgang Kirsch, muss seinen Posten räumen. "Nach 25 Jahren bei MediaMarktSaturn hat Wolfgang Kirsch für sich erkannt, dass es jetzt an der Zeit ist zu gehen, um einer neuen Führung Raum zu geben", teilte der nun verbleibende Geschäftsführer, Ferran Reverter, am Mittwoch in Ingolstadt mit.
 

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Deutschlandchef von MediaMarktSaturn muss gehen

Wien (APA) - Die Österreichische Post AG setzt auf Kontinuität und hat erneut Georg Pölzl zum Vorsitzenden des Vorstands bestellt. Die aktuelle Funktionsperiode laufe noch bis Ende September 2019 und werde danach um drei Jahre verlängert, mit anschließender Verlängerungsoption um zwei weitere Jahre. Das wurde in der ordentlichen Sitzung des Aufsichtsrats beschlossen, teilte die Post heute, Mittwoch, mit.
 

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Georg Pölzl bleibt Chef der Österreichischen Post