Drohender "Brexit" beschert Spekulanten in Großbritannien unruhige Tage

Die Wahlen in Großbritannien könnten für Spekulanten massive Verluste bringen. Großbritannien könnte auf Referendum über den EU-Verbleib zusteuern. Der Stimmzuwachs für Europakritiker droht das Pfund belasten. Für die Börse rechnen Experten zumindest vorläufig mit kräftigen Kursverlusten.

Frankfurt/London. Anleger in Großbritannien müssen sich auf eine turbulente Woche gefasst machen: Mit der Wahl am Donnerstag wird sich entscheiden, ob das Vereinigte Königreich auf eine Volksabstimmung über den Verbleib in der EU zusteuert. Sollten die europakritischen Parteien verstärkt Zulauf erhalten, dürften die Spekulationen auf einen EU-Austritt Großbritanniens an Fahrt gewinnen, sagt Niall Delventhal vom Brokerhaus FXCM. "Vor allem das Pfund könnte dann ordentlich unter die Räder kommen."

Denkbar sind aus Sicht des Experten Kurseinbußen von mehr als vier Prozent - das Pfund würde damit unter sein bisheriges Jahrestief von 1,4563 Dollar rutschen. Auch der Londoner Leitindex, der seit Jahresbeginn sieben Prozent gewonnen hat, dürfte Börsianern zufolge verschnupft reagieren, wenn der Wahlausgang einen Abschied Großbritanniens aus der EU ("Brexit") wahrscheinlicher macht.

Neues Referendum zum EU-Verbleib

Ein solches Szenario hängt dabei nicht allein vom Abschneiden der EU-feindlichen Ukip-Partei ab, deren Einfluss nach einem starken Stimmenzuwachs steigen könnte. Auch der konservative Premierminister David Cameron selbst hat mehrfach angekündigt, bei einer Wiederwahl noch vor 2017 ein Referendum zum Verbleib in der EU anzusetzen. Formell möchte der Regierungschef, der unter Druck von Euroskeptikern in seiner eigenen Partei steht, zwar in der EU bleiben. Gleichzeitig fordert er jedoch, die Beziehungen Großbritanniens zur EU neu auszuhandeln. Noch ist der Ausgang der Wahlen völlig unklar: Cameron und die konservativen Tories liefern sich aktuell ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Labour Party von Ed Miliband.


Feststeht laut Experten jedoch, dass britische Unternehmen vor schwierigen Zeiten stünden, sollte es zu einem "Brexit" kommen. Ein Abschied aus der EU würde das Agieren auf dem europäischen Binnenmarkt schwerer machen, die Handelshemmnisse dürften die Exportwirtschaft stark belasten, prognostiziert NordLB-Analyst Mario Gruppe. Auch drohe eine zunehmende außenpolitische Isolierung. Einer Studie der Bertelsmann Stiftung und des Ifo-Instituts zufolge könnte das britische Bruttoinlandsprodukt bis ins Jahr 2030 um bis zu 14 Prozent oder 313 Milliarden Euro niedriger liegen als bei einem EU-Verbleib.

Die Abschottung

Katrin Löhken, Ökonomin bei Sal.Oppenheim, sieht im Falle eines sich anbahnenden EU-Austritts ebenfalls nichts Gutes: Die drohende Abschottung dürfte die Märkte zutiefst verunsichern. "Investitionen in Großbritannien sollten deutlich zurückgehen, wenn sich die Diskussion um einen Brexit verschärft." Kommt es zu einem Bündnis unter Führung der Labour-Party, dürften die Pfund-Anleger daher erleichtert reagieren, denn unter Miliband werde es wohl kaum ein EU-Referendum geben, sagt ein Händler.

Aus Sicht einiger Analysten könnte jedoch auch eine stärker links orientierte Regierung die britischen Aktienanleger verstimmen. Schließlich habe die Labour Partei andere von den Unternehmen kritisch beäugte Veränderungen vor, stellt NordLB-Analyst Gruppe fest. Dazu zählten unter anderem höhere Unternehmens- und Einkommensteuern oder die Anhebung des Mindestlohns.

Ein kurzer Rücksetzer

Da die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Großbritannien derzeit aber recht gut sei, rechnet Gruppe lediglich mit einem kurzen Rücksetzer an der Londoner Börse, die erst am Montag ein neues Allzeithoch markiert hatte. Der jüngste Aufschwung auf der Insel hat bereits eine baldige Zinserhöhung in Großbritannien auf die Agenda rücken lassen. Zwischen Januar und März legte das BIP aber nur noch um 0,3 Prozent zum Vorquartal zu. Im Vergleich zum Schlussvierteljahr 2014 halbierte sich damit das Wachstum.

Wien (APA) - Die tschechische Sazka-Gruppe hat vom Bankhaus Schellhammer & Schattera Anteile an der Casinos Austria AG (CASAG) übernommen und ihre Beteiligung damit auf 38,29 Prozent aufgestockt. Der seit längerem bekannte Schritt sei formal abgeschlossen, teilte Sazka am Freitagnachmittag mit.
 

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Sazka hält nun 38,29 Prozent an Casinos Austria

Wien (APA) - Der "Kurier" nennt Details zum Abschlussbericht der "Soko Meinl" zu den Ermittlungen im Anlageskandal rund um die Meinl European Land (MEL) des Bankers Julius Meinl. "Vorbehaltlich gutachterlicher Feststellungen beträgt dem Verdacht nach der Schaden am effektiven Vermögen der Aktionäre (...) 1,69 Milliarden Euro", heißt es im Abschlussbericht, so "kurier.at" Freitagabend.
 

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Causa Meinl European Land - Anlegerschaden von 1,69 Mrd. Euro

London (APA/awp/sda) - Die Billigfluglinie Easyjet zeigt sich im Streit mit der Gewerkschaft SSP/VPOD gelassen. Man habe die Anliegen der Gewerkschaft zur Kenntnis genommen, teilte die Airline am Freitag als Reaktion auf ein Communiqué von deren Seite mit.
 

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Easyjet in Streit mit Gewerkschaft gelassen