Draghi: 55 Milliarden reichen aus

Brüssel (APA) - EZB-Chef Mario Draghi hält die für den einheitlichen europäischen Bankenabwicklungsfonds geplante Summe von 55 Mrd. Euro für ausreichend. Er sprach sich gegen eine Umstrukturierung der griechischen Schulden. Gegen die Höhe gibt es jedoch einige Bedenken. Geopoltische Risiken sieht er weiterhin als Risiken fürs Wirtschaftswachstum.

"Die Banken verfügen über höheres Kapital. Die Bail-in-Regeln haben sich dramatisch verändert", so der EZB-Chef, der im Europaparlament auf Bedenken von EU-Abgeordneten zur Höhe des Fonds angesprochen wurde. Die Fähigkeit zur Absorption von Verlusten im Bankensystem sei deutlich gestärkt worden. Die 55 Milliarden Euro für den Fonds "reichen eindeutig", so Draghi.

Der Forderung eines griechischen Europaabgeordneten nach einem Schuldennachlass für sein Land wies Draghi entschieden zurück. Notwendig seien Reformen, um die finanzielle Stabilität und die Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen. Vorwürfe, dass die EZB Gewinne durch den Kauf griechischer Staatsanleihen nicht an Athen zurückgegeben habe, stimmten nicht, erklärte der Chef der Europäischen Zentralbank. "Die Profite und Gewinne wurden an Griechenland zurückbezahlt, über die nationalen Zentralbanken und über uns". Deswegen sei eine Umschuldung "weder erforderlich noch sinnvoll".

Risiken fürs Wachstum

Draghi sieht weiterhin Risiken für das Wirtschaftswachstum, warnt vor einer Abschwächung der Investitionen und ortet gleichzeitig eine Kehrtwende beim Kreditwachstum. Bei seinem vierteljährlichen Auftritt im EU-Parlament kündigte Draghi am Montag an, dass die EZB ihre Maßnahmen wie Ankaufprogramme ausweiten wolle, wenn dies erforderlich sei.

Die Inflation, die sehr niedrig sei und im Oktober bei 0,4 Prozent lag, werde zunächst auf dem niedrigen Stand bleiben und erst in den nächsten Monaten und dann allmählich 2015 und 2016 ansteigen. Er werde alles tun, um für einen Aufschwung der Eurozone zu sorgen. Dabei könnte es auch zusätzliche unkonventionelle Maßnahmen der Zentralbank geben. Allerdings könne Geldpolitik allein die finanzielle Fragmentation der Eurozone nicht überwinden, betonte Draghi.

Der EZB-Chef bezeichnete 2014 als Jahr des tiefgreifenden Wandels in der Währungsunion und der gesamten EU. Die Wachstumsdynamik habe sich leider in den Sommermonaten abgeschwächt, die jüngsten Vorhersagen seien nach unten korrigiert werden. Er erwarte einen leichten Aufschwung 2015 und 2016. Allerdings sei auch die Arbeitslosenrate immer noch inakzeptabel hoch.

Positiv habe sich die Lage bei den Renditen auf Staatsanleihen entwickelt. Die gesunkenen Spreads - die Unterschiede zum jeweiligen Marktführer - seien von den Spitzenwerten 2012 deutlich zurückgegangen. Dies sei ein Zeichen für steigendes Vertrauen.

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EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Wirtschaft

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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