Draghi: Europas Banken stabiler als zur Zeit der Lehman-Pleite

Frankfurt am Main (APA/dpa) - Strengere Regeln und engere Überwachung haben Europas Banken seit der Lehman-Pleite vor zehn Jahren nach Ansicht von EZB-Chef Mario Draghi widerstandsfähiger gemacht. "Alles in allem sind Banken heute stabiler", stellte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag in Frankfurt fest. "Können wir deswegen selbstzufrieden sein? Nein."

Viele Risiken seien in die Welt der Schattenbanken abgewandert. Dort müssten Aufseher und Regulatoren genauer hinschauen. Als Schattenbanken gelten Akteure an den Finanzmärkten, die bankähnliche Funktionen wahrnehmen, aber keine Banken sind und somit nicht der Regulierung für Kreditinstitute unterliegen.

Am 15. September 2008 hatte die Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers die Finanzwelt schockiert. Banken trauten sich nicht mehr über den Weg, etliche Institute kamen ins Straucheln. In höchster Not stabilisierten Staaten mit Hilfen in Milliardenhöhe sowie Zentralbanken mit einer Flut billigen Geldes die Lage.

Bestrebungen wie in den USA, die seit der Finanzkrise verschärften Regeln für Banken wieder aufzuweichen, sehe er in Europa nicht, sagte Draghi: "In der Europäischen Union sehen wir diese Gefahr nicht."

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