Dollar schiebt Schweizer Börse in Richtung Jahreshoch

Angetrieben von den Geldspritzen der Europäischen Zentralbank und dem anziehenden Dollar haben die Kurse an der Schweizer Börse am Montag erneut zugelegt. Der SMI stieg im Sog des von einem Rekordhoch zum nächsten eilenden deutschen DAX-Index um 0,4 Prozent auf 9193 Zähler. Am Freitag hatte der Leitindex 0,4 Prozent zugelegt.

Im Mittelpunkt stand Holcim. Die Aktien verloren 0,7 Prozent. Der Zementkonzern kippt die Fusionsvereinbarung mit der französischen Lafarge. Die Schweizer schlagen Neuverhandlungen zum Aktientauschverhältnis und zu Management-Fragen vor. Lafarge erklärt, nur über das Austauschverhältnis verhandeln zu wollen. "Nach dem was man die vergangenen Wochen so alles gehört hat, war das zu erwarten", sagte ein Händler. Die Holcim-Aktien hätte diese Entwicklung mit den jüngsten Gewinnen bereits eingepreist. "Nun werden die Gewinne eingefahren." Lafarge fielen in Paris um 4,5 Prozent.

Mit dem grössten Abschlag bei den Standardwerten notierten SGS. Die Titel wurden um 65 Franken oder 3,5 Prozent tiefer gehandelt. Der Prüfkonzern zahlt seine Dividende von 68 Franken je Aktie aus.

Zu den Gewinnern zählten die Bankaktien. UBS stiegen um 1,5 Prozent. Im weltweiten Skandal um manipulierte Devisenkurse verlangen die USA einem Medienbericht zufolge rund eine Milliarde Dollar von jeder beteiligten Bank. Die Summe sei eine Ausgangsbasis bei den Verhandlungen über einen Vergleich, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Bei einigen Geldhäusern könnte die Strafe höher ausfallen, bei anderen dagegen niedriger. Die Gespräche könnten zu einer Einigung mit UBS, Barclays, Citigroup, JPMorgan Chase und Royal Bank of Scotland führen.

Die Aktien der Credit Suisse rückten 0,6 Prozent vor. Die Bank plant nach den Worten von Präsident Urs Rohner keine Kapitalerhöhung. "Kapitalerhöhungen sollte man nur vornehmen, wenn das Geld für ein konkretes Projekt benötigt wird", sagte Rohner der "SonntagsZeitung". "Im Moment bestehen keine derartigen Pläne."

Die Aktien von Aryzta büssten neun Prozent ein. Der Backwarenhersteller hat die Erwartungen mit dem Halbjahresergebnis verfehlt und die Prognose gesenkt.
Positive Studienergebnisse haben die Anleger zu den Aktien von Actelion gelockt. Die Titel gewannen 2,2 Prozent. Das Medikament Selexipag hat in einer Phase-III-Studie bei der Behandlung der Lungenkrankheit PAH positive Ergebnisse erzielt. ABB gewannen ein halbes Prozent. Der Elektrotechnikkonzern hat einen Auftrag im Wert von 155 Millionen Dollar für ein Ölfeld in der Nordsee erhalten.


Am breiten Markt fielen die Anteile der Maschinenbauer Schweiter und Tornos nach unerwartet guten Ergebnissen mit kräftigen Kursgewinnen auf. Die Aktie von Cytos schnellte um 24 Prozent nach oben auf 1,65 Franken. Die Aktionäre haben auf einer ausserordentlichen Generalversammlung einer Kapitalerhöhung zugestimmt.

London (APA/Reuters/dpa) - Einen Tag nach dem von Konfrontation geprägten EU-Gipfel in Salzburg hat die britische Premierministerin Theresa May Härte demonstriert und von Brüssel neue Brexit-Vorschläge gefordert. Die Verhandlungen seien in einer Sackgasse. "Ich habe die EU immer mit Respekt behandelt. Großbritannien erwartet dasselbe", sagte May in ungewöhnlich scharfen Worten am Freitag in London.
 

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May demonstriert nach EU-Gipfel Härte in Brexit-Gesprächen

Wien/Stuttgart (APA) - "Wir müssen ein anderes Denken üben", so der Appell von Eckhard Minx, Zukunftsforscher und Vorstandssprecher der "Daimler und Benz Stiftung" beim heutigen "Deutsch-Österreichischen Technologieforum" in Wien. Die Menschen hätten das "Trugbild der Beständigkeit" im Kopf, dabei stehe die Gesellschaft vor einem grundsätzlichen Wandel. "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami", so Minx.
 

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Zukunftsforscher: "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami"

Wien (APA) - Zahlreiche Missstände hat der Rechnungshofbericht zur bereits aufgelösten Bundesanstalt für Verkehr (BAV) zutage gebracht. Nachdem der RH die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat, wird gegen drei Beschuldigte wegen Amtsmissbrauch und Untreueverdacht ermittelt. So sollen Millionen zu viel überwiesen worden sein, knapp 350.000 Euro ohne Gegenleistung gezahlt und Untersuchungsberichte nie veröffentlicht worden sein.
 

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Bundesanstalt für Verkehr: Amtsmissbrauch- und Untreueverdacht