DIW-Präsident: Börsenbeben in China ist Gift für die Wirtschaft

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet ungewisse Zeiten für die deutsche Konjunktur. Das jüngste Börsenbeben in China schaffe Verunsicherung, "was prinzipiell Gift für jeden Unternehmer ist", sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

"Wir wissen nicht, wie sich die Verwerfungen an den globalen Kapitalmärkten auf die Wirtschaft auswirken werden", sagte er. Das Statistische Bundesamt gibt am Donnerstag bekannt, wie stark das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2015 gewachsen ist.

Die Lage am Arbeitsmarkt bezeichnete der DIW-Chef als "extrem günstig im Augenblick, weil wir über eine Million offene Stellen haben". Die Arbeitslosenquote werde wegen der "recht hohe Zahl an Flüchtlingen, die dieses Jahr in den Arbeitsmarkt kommen werden", leicht steigen. "Aber die Arbeitslosenzahl unter denen, die bereits in Deutschland leben, wird weiter sinken", stellte Fratzscher heraus.

Als "massive Konjunkturstütze" seien die knapp 15 Milliarden Euro zu sehen, die der Staat 2016 für die Flüchtlinge ausgeben wolle, sagte der Ökonom. Das entspreche 0,5 Prozent der Wirtschaftsleistung. Das Geld gehe "fast eins zu eins in das Wachstum". Ohne dieses "Konjunkturprogramm" gäbe es eine deutliche Abschwächung des Wachstums in Deutschland.

Nach Worten des DIW-Chefs ist zu erwarten, "dass sich in diesem Jahr die Nettoexporte in Deutschland eher verhalten entwickeln werden, gerade auch durch die schwächere Entwicklung der Schwellenländer". So gebe es große Fragezeichen beim Wachstum in China. "Wir haben eine deutliche Abschwächung gesehen von knapp 10 Prozent Wachstum pro Jahr im letzten Jahrzehnt auf unter 7 Prozent im vergangenen Jahr". Brasilien und Russland seien in der Rezession. Hinzu kämen die Konflikte im Nahen Osten sowie zwischen Russland und der Ukraine.

Dennoch gebe es auch positive Zeichen. So habe die Schwäche bei den Ausfuhren nach China zuletzt zum Teil durch höhere Exporte nach Südeuropa und andere europäische Länder kompensiert werden können, sagte Fratzscher. Für die Eurozone erwarte das DIW 2016 ein Wachstum von 1,4 Prozent. "Das klingt erst einmal nicht schlecht, ist aber eigentlich zu wenig, um die Eurozone aus der Krise zu ziehen", ergänzte Fratzscher. Spanien sei ein Lichtblick, Frankreich mache Sorgen mit einem prognostizierten Wachstum von weniger als einem Prozent bei einer Arbeitslosigkeit von über 11 Prozent.

"Die Investitionsschwäche bleibt nach wie vor die große Achillesferse Deutschlands", meinte der DIW-Präsident. Die derzeit gute Baukonjunktur, gestützt durch die sehr niedrigen Zinsen, sei "nicht unbedingt etwas Nachhaltiges". Sehr schwach entwickelten sich noch immer die Ausrüstungsinvestitionen, obwohl Unternehmen viel Liquidität und hohe Erträge hätten. Die private Konsumnachfrage werde auch 2016 die Hauptstütze der Wirtschaft sein.

New York/Palo Alto (Kalifornien) (APA/Reuters) - Tesla-Chef Elon Musk und seinem Unternehmen drohen nach Einschätzung von Rechtsexperten keine drakonischen Strafen für die womöglich voreilige Ankündigung eines Börsenabschieds per Twitter.
 

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Experten - Tesla-Chef kann auf Milde der Börsenaufsicht hoffen

Wolfsberg (APA) - Das australische Unternehmen European Lithium, das auf der Koralpe im Süden Österreichs Lithium abbauen möchte, ist auf Investorensuche. Die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft (AG) und ein Listing im amtlichen Handel an der Wiener Börse seien geplant, hieß es in einer Aussendung am Donnerstag. Seit Oktober 2017 notiert European Lithium bereits am Dritten Markt der Wiener Börse.
 

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European Lithium will in amtlichen Handel an Wiener Börse

Brüssel/Berlin (APA/Reuters) - Der Handelsüberschuss der EU-Länder mit den USA hat sich im ersten Halbjahr ungeachtet der scharfen Kritik von Präsident Donald Trump deutlich erhöht. Von Jänner bis Juni summierte er sich auf 66,9 Mrd. Euro, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag mitteilte. Das sind 10,7 Mrd. Euro oder 16 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
 

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EU-Handelsüberschuss mit den USA stieg im ersten Halbjahr kräftig