DIW: Griechenland wird über Jahre auf Hilfe angewiesen sein

Athen/Berlin - Griechenland wird aus Sicht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) noch lange Hilfe von außen brauchen - ob mit oder ohne Euro. "Wir dürfen uns nicht der Illusion hingeben, dass Deutschland mit einem Scheitern der Verhandlungen besser leben kann", sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

"Griechenland wird über Jahre auf europäische Hilfe angewiesen sein, und wenn es humanitäre ist", so Fratzscher. Im Schuldenstreit bleiben Athen nur noch wenige Tage für einen Kompromiss. Die Europartner haben eine Frist bis Ende dieser Woche gesetzt. "Es wird irgendwann einen Deal geben", zeigte sich Fratzscher gewiss. "Die Frage ist nicht ob, sondern wann. Je länger es dauert, desto schmerzhafter wird es für die Griechen." Eine weitere Verzögerung könne zu einem kompletten Bankenzusammenbruch führen.

Für die nächsten zwei Jahre hält der Ökonom ein drittes Hilfsprogramm mit einem Volumen von 30 bis 40 Milliarden Euro für den griechischen Staat für nötig. Außerdem sei ein zweistelliger Milliardenbetrag für die griechischen Banken notwendig. "Perverserweise ist ein drittes Programm durch die griechische Verhandlungsstrategie unausweichlich geworden. Denn die griechische Regierung hat die Wirtschaft vor die Wand fahren lassen."

Der DIW-Chef warnte vor einem Euro-Ausstieg Athens. "Der "Grexit" ist die absolut schlechteste Option für alle. Der würde Griechenland in eine fünf bis zehn Jahre dauernde Depression stürzen. Und die deutschen Steuerzahler würden deutlich mehr Geld abschreiben müssen."

Eine Rückkehr zur alten griechischen Währung Drachme löse die Schwierigkeiten nicht, widersprach Fratzscher entsprechenden Forderungen. "Das ist wirtschaftlicher Unfug. Wir Deutschen wissen allzu gut, dass man mit einer Weichwährung nicht Wohlstand schaffen kann."

Das Problem sei ja nicht, dass die Griechen gute, wettbewerbsfähige Produkte hätten, die nur etwas zu teuer seien. "Letztlich funktionieren die Institutionen in Griechenland nicht so, wie es für eine Marktwirtschaft notwendig ist", sagte Fratzscher mit Verweis auf Korruption, unzureichende Kataster- und Steuerverwaltung, komplizierte Genehmigungsverfahren und zu wenig Vorkehrungen gegen Monopolbildungen.

Washington/Peking (APA/dpa) - Mit umfangreichen neuen Strafzöllen heizen die USA und China ihren Handelskrieg an. Die Amerikaner belegten am Montag die Hälfte aller Wareneinfuhren aus China mit Extrazöllen. Im Gegenzug weitete China seine zusätzlichen Abgaben auf den Großteil seiner US-Importe aus und legte die Handelsgespräche mit Washington auf Eis.
 

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Neue Strafzölle heizen Handelskrieg zwischen USA und China an

London (APA/Reuters) - Der Modekonzern Michael Kors schluckt Insidern zufolge das legendäre italienische Modelabel Versace. Michael Kors habe eine Vereinbarung zur Übernahme der Kontrolle bei Versace unterzeichnet, eine offizielle Ankündigung werde diese Woche folgen, sagten drei mit der Sache vertrauten Personen am Montag der Nachrichtenagentur Reuters.
 

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Michael Kors übernimmt Kontrolle bei Versace

Wien/Peking (APA) - Immer mehr Chinesen kommen als Touristen nach Österreich. Seit 2010 habe sich das Gästevolumen verfünffacht, sagte die Geschäftsführerin der nationalen Tourismusmarketingorganisation Österreich Werbung (ÖW), Petra Stolba, am Montag vor Journalisten in Wien. "2017 hat Österreich zu den Top-3-Destinationen in Europa gezählt."
 

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Chinesen machen verstärkt Urlaub in Österreich