Dividenden-Träume von Bank-Aktionären könnten platzen

New York - Ab morgen, Mittwoch, gewähren die großen US-Banken Einblick in ihre Bilanzen für 2014. Anleger an den weltweiten Börsen hoffen auf satte Milliardengewinne - und hohe Dividenden. Goldman Sachs oder JP Morgan geben zudem einen Vorgeschmack, wie es bei den Rivalen in Europa - etwa der Deutschen Bank - gelaufen sein könnte.

Die Rahmenbedingungen für die amerikanischen Geldhäuser sind derzeit gut: Die US-Wirtschaft nimmt Fahrt auf, die Kreditausfälle gingen auch deswegen zuletzt zurück und die Aussicht auf eine Abkehr der Notenbank Fed von den Niedrigzinsen bringt wieder mehr Schwung in den wichtigen Anleihenhandel. Die Banken sind zudem üppig mit Kapital ausgestattet - viel üppiger, als sie es nach den aktuellen Vorgaben der Regulierer sein müssten. Trotzdem besteht aus Sicht von Analysten die Gefahr, dass die Markterwartungen enttäuscht werden könnten. Denn die hohen Dividenden, die die Aktionäre herbeisehnen, wird es möglicherweise nicht geben.

Seit der Finanzkrise müssen die US-Großbanken ihre Pläne für Dividenden und Aktienrückkäufe von der Fed absegnen lassen, damit sie nie wieder mehr Geld ausschütten als sie eigentlich verdienen, nur um Investoren bei der Stange zu halten. Für die Ausschüttungen 2015 laufen derzeit die Verhandlungen mit den Aufsehern. Im März soll feststehen, wer wie viel auszahlen darf.

Aber schon jetzt zeichnet sich Branchenkennern zufolge ab, dass die Aufseher sehr genau hinschauen werden. Denn am Horizont ziehen neue dunkle Wolken auf: So könnte vor allem der rasante Verfall des Ölpreises Energiekonzerne in Bedrängnis bringen - und wieder für mehr faule Kredite in den Bank-Bilanzen sorgen, warnt Analyst Ryan Nash von Goldman Sachs. "Die Ausfälle bei den Firmenkrediten sind im Moment ungewöhnlich niedrig", sagt er. "Irgendjemand wird es spüren, dass der Ölpreis inzwischen bei 47 Dollar pro Barrel gelandet ist" (knapp 40 Euro). Und dann sei es nur eine Frage der Zeit, bis es auch die Banken treffe. Gut möglich also, dass die Fed bei den Dividenden vorsorglich auf die Bremse tritt.

Den Auftakt mit den Zahlen zum vierten Quartal machen am Mittwoch JP Morgan und Wells Fargo. Bei JP Morgan - wichtigster Gradmesser für die Deutsche Bank, die ihre Zahlen am 29. Jänner präsentiert - ist zuletzt zwar das lukrative Investmentbanking wieder angesprungen. Doch der US-Branchenprimus ist immer noch dabei, für Verfehlungen in der Vergangenheit und umstrittene Hypothekendeals zu zahlen.

Am Donnerstag folgen Bank of America und Citigroup. Letztere ächzt ebenfalls unter Sonderlasten, denn sie schrumpft gerade ihr weltweites Privatkundengeschäft und baut Stellen ab. Für eine positive Überraschung könnte am Freitag abermals Goldman Sachs sorgen, falls sich die Handelsgeschäfte zum Jahresende nicht abgeschwächt haben. Im dritten Quartal hatte die New Yorker Investmentbank einen Gewinnsprung um 50 Prozent geschafft - trotz steigender Kosten.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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