Diskussion um FoodCoops in Oberösterreich

In Oberösterreich ist eine Diskussion um FoodCoops entbrannt. Während das Land die Einkaufsgemeinschaften fördert, wirft die Wirtschaftskammer ihnen vor, rechtswidrig zu agieren und droht mit Anzeigen. Umweltlandesrat Rudi Anschober will nun bei einem Runden Tisch Anfang Mai die Wogen glätten.

Die Mitglieder von FoodCoops versuchen, ihre Lebensmittel direkt beim Produzenten zu beschaffen. Hintergrund der Idee ist unter Anderem die Vermeidung von Lebensmittelmüll und die Stärkung der Regionalität. Diese Einkaufsgemeinschaften, von denen es in OÖ derzeit mindestens 20 gibt, erfreuen sich steigender Beliebtheit und werden vom Land im Rahmen des Projekts "Appetit auf Zukunft" sogar gefördert.
Die Wirtschaftskammer hat hingegen weniger Freude damit: Ihrer Ansicht nach sind FoodCoops gewerbliche Einkaufsgemeinschaften, auch wenn sie keine Gewinne erzielen. Sie bräuchten daher eine Gewerbeberechtigung. Andernfalls würden sie sich der Lebensmittelaufsicht und teilweise sogar der Umsatzsteuerpflicht entziehen. Zudem würden sie bestehende Nahversorger, die ebenfalls regionale Produkte in ihren Regalen haben, unrechtmäßig Konkurrenz machen und den Wettbewerb verzerren.
Für das Biobauern-Netzwerk Bio Austria OÖ ist der Konflikt ein "Missverständnis": Die ehrenamtlichen Mitglieder von FoodCoops würden direkt bei umliegenden Bauernhöfen bestellen und sich selbst um Abholung und Abrechnung kümmern. "Das Geld fließt direkt an die Landwirte. Dieses System entlastet die direktvermarktenden Betriebe, die zeitlich oft überlastet sind", so Bio Austria. Ähnlich argumentieren die Grünen: Die Drohungen der Wirtschaftskammer gegen die FoodCoop-Initiativen würden den Zielen der oö. Agrarpolitik, die auf Regionalität abziele, völlig widersprechen, so Agrarsprecher Stefan Kaineder.
Für Manfred Zöchbauer, Geschäftsführer der Sparte Handel in der oö. Wirtschaftskammer, gehe es den FoodCoops sehr wohl um einen wirtschaftlichen Vorteil ihrer Mitglieder: "Laut unseren Recherchen erfolgt der Einkauf nicht nur bei Bauern, sondern auch im Handel, wo unter anderem auch Bananen, Zitrusfrüchte und sonstige ergänzende Produkte zugekauft werden." Die Wirtschaftskammer wirft den FoodCoops zudem mangelnde Gesprächsbereitschaft vor und will deshalb Anzeigen erstatten.
"Ich gehe nicht davon aus, dass irgendjemand den Wunsch hegt, diese Initiativen im Keim zu ersticken", reagierte Anschober auf die Kritik der Wirtschaftskammer. Daher habe er alle Beteiligten zu einem Runden Tisch eingeladen, der im Mai beginnen soll. Für ihn steht fest: "In einer modernen ökosozialen Wirtschaft müssen derartige Projekte Platz haben."

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