"Digitalisierung ist kein Jobkiller sondern schafft Arbeitsplätze"

Wien (APA) - Eine aktuelle Studie des IT-Beratungsunternehmens Accenture erachtet die Sorge, die Digitalisierung könnte hierzulande zu flächendeckender Arbeitslosigkeit führen, als unbegründet. Die Digitalisierung würde künftig sogar neue Arbeitsplätze schaffen, dazu müssten Unternehmen aber anfangen, neue Technologien zu nutzen, betonte Accenture-Manager Miachel Zettel heute bei einer Pressekonferenz in Wien.

Entgegen der Annahme vieler Studien, die Digitalisierung könnte künftig jeden zweiten Arbeitsplatz gefährden, ist das Beratungsunternehmen optimistisch. Studien, die eine flächendeckende Arbeitslosigkeit prognostizieren, würden das Automatisierungspotenzial von Berufen erheblich überschätzen, erklärte Zettel und verwies dabei auf eine aktuelle Studie des IT-Beratungsunternehmens. Laut der könnten künftig nur einzelne Tätigkeiten eines Berufes automatisiert werden. Ein Großteil der Jobs bedürfe aber weiterhin einer Vielzahl menschlicher Fähigkeiten, die so schnell nicht automatisierbar seien, so die Erhebung.

Der Studie zufolge sinkt der Anteil jener Arbeitsplätze, die von Automatisierung und damit ihrer Gefährdung betroffen sind, bis 2035 auf drei Prozent (2015: 23 Prozent). Accenture prognostiziert, dass menschliche Arbeit künftig nicht durch Maschinen ersetzt, sondern vielmehr kollaborativ zwischen Mensch und Maschine stattfindet. Dadurch würden sogar neue Tätigkeiten geschaffen werden. "Die Digitalisierung ist kein Jobkiller sondern schafft Arbeitsplätze", so Zettel. Dafür sei es aber notwendig, dass die heimischen Unternehmen anfangen, Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz (KI), Cloud und Internet of Things, umfassend einzusetzen und zu nutzen, betonte er.

Man befinde sich bereits auf einem guten Weg, gab sich Zettel optimistisch. Das wirtschaftliche Umfeld beginne sich langsam wieder zu entspannen, vor allem die Branchen Industrie sowie Kommunikation, Elektronik und Hightech würden signifikant zum Umsatzwachstum heimischer Unternehmen beitragen. Konzerne müssten nun anfangen, sich klug (weiter-)zuentwickeln und den Einsatz neuer Technologien vorantreiben, so Zettel.

Vor allem durch den Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) könnten laut Accenture neue Geschäftsfelder generiert werden, speziell bei Unternehmen mit viel direktem Kundenkontakt. 85 Prozent der Top-100 Unternehmen hätten laut Accenture-Umfrage bereits in KI investiert. Eine vermehrte Veränderung des Geschäftsfelds durch die Digitalisierung spürt der Großteil bereits jetzt. 40 Prozent glauben, künftig von einer völligen Distruption durch die Digitalisierung betroffen zu sein.

Um in Zeiten der Digitalisierung nicht unterzugehen, bedarf es laut Accenture aber auch Anreize aus Verwaltung und Regierung. Zunehmende Regulierung in Europa sei dabei ein Hemmnis für Wachstum und Innovation. Drei Viertel der von Accenture befragten Manager hätten angegeben, sich in den nächsten drei Jahren aufgrund neuer Vorschriften aus dem Markt zurückzuziehen, einen Eintritt zu verschieben oder ganz auf ihn zu verzichten. Vor diesem Hintergrund müsse die Politik ein innovationsfreundliches Klima schaffen, um den Standort Österreich und Europa zu stärken, forderte Zettel.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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