Deutschland weist Trumps Kritik an Nord Stream 2 zurück

Moskau/New York (APA/AFP) - Der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD) hat die erneute harte Kritik von US-Präsident Donald Trump an der geplanten Gaspipeline Nord Stream 2 zurückgewiesen. "Es gibt keine Abhängigkeit Deutschlands von Russland, schon gar nicht in Energiefragen", sagte Maas am Mittwoch am Rande der UN-Generaldebatte in New York im Gespräch mit Reportern. Trumps Anschuldigung entspreche "nicht der Realität".

Der US-Präsident hatte am Vortag in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung gesagt, Deutschland werde "total abhängig von russischer Energie werden, wenn es nicht sofort seinen Kurs ändert". Nord Stream 2, an deren Finanzierung die OMV beteiligt ist, soll ab Ende 2019 russisches Gas durch die Ostsee nach Deutschland transportieren. Trump übt bereits seit Monaten harte Kritik an dem Projekt.

Maas sagte dazu nun, die deutsche Regierung werde "nicht müde werden", dieser Kritik die "echten Fakten entgegenzusetzen". Die Pipeline sei "kein politisches Projekt", sondern in erster Linie ein wirtschaftliches.

Die erneute Attacke Trumps gegen das Pipelineprojekt hatte bei dem im Publikum sitzenden Maas und seiner Delegation amüsiert wirkende Reaktionen ausgelöst - was auch von einigen US-Medien aufmerksam registriert wurde. "Der deutsche Außenminister Heiko Maas konnte grinsend mit seinen Kollegen gesehen werden", schrieb die Zeitung "Washington Post".

Maas sagte nun dazu, er sei nicht davon überrascht gewesen, dass Trump seine Kritik an Nord Stream 2 in der Rede erneuert habe. Es möge sein, dass sein Mangel an Überraschung in seiner direkten Reaktion "zum Ausdruck gekommen" sei.

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