Deutschland prüft schärfere Regeln für Firmenübernahmen aus Übersee

Berlin (APA/Reuters) - Der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier denkt angesichts des chinesischen Interesses an deutschen Firmen über schärfere Übernahmeregeln nach. "Beim Außenwirtschaftsrecht werden wir prüfen, ob wir etwas verändern oder verschärfen müssen", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in Berlin.

Dabei sei eine Absenkung des Schwellenwertes, ab dem die Regierung eingreifen kann, eine von mehreren Möglichkeiten. Zurzeit liegt diese Schwelle bei 25 Prozent der Anteile.

In der großen Koalition war schon vor Wochen von einer Absenkung auf 15 oder 20 Prozent die Rede gewesen. Die "Wirtschaftswoche" berichtete unterdessen, Altmaier lasse in seinem Ministerium klären, ob die Regierung schon beim Kauf eines zehnprozentigen Anteils an einem deutschen Unternehmen ein Veto einlegen könnte.

Altmaier geht es offenbar vornehmlich um strategisch wichtige Unternehmen, die er vor unliebsamen Übernahmen durch Investoren von außerhalb der EU schützen möchte: "Außerdem haben wir die Pflicht, unseren kritischen Infrastrukturen zu schützen", sagte er. Darunter dürften Betreiber von Strom- und Telekomnetzen fallen.

"Ich bin dafür, dass chinesische Unternehmen hier weiterhin investieren", sagte Altmaier. Allerdings müsse das für deutsche Firmen in China in gleicher Weise möglich sein. "Es geht um faire Wirtschaftsbeziehungen, die für beide Seiten gelten müssen".

Vor einigen Wochen hatte ein chinesischer Großinvestor Interesse an einem 20-Prozent-Anteil des deutschen Stromnetzbetreibers 50Hertz geäußert. Dies stieß in der Regierung auf Vorbehalte. Am Ende nahm der belgische Miteigentümer Elia ein Vorkaufsrecht wahr und verhinderte so einen chinesischen Einstieg. Auch die chinesische Übernahme des deutschen Roboterbauers Kuka 2016 hatte in der Politik für heftige Diskussionen gesorgt, ohne dass er verhindert wurde.

Berlin (APA/Reuters) - Trotz des Dieselskandals und Fahrverboten in zahlreichen Innenstädten sieht die deutsche Automobilbranche den Selbstzünder nicht als Auslaufmodell. "Wir setzen neben den alternativen Antrieben weiter auf die Einsparung von fossilen Kraftstoffen, indem wir Benziner und auch Dieselmotoren weiter optimieren", sagte der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Bernhard Mattes, am Mittwoch.
 

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Automobilbranche will Diesel nach Skandalen wieder "hoffähig" machen

Graz (APA) - Der börsenotierte steirische Technologiekonzern Andritz hat am Mittwoch den Abschluss der Übernahme des US-Papiermaschinenzulieferers Xerium Technologies bekanntgegeben. Andritz hat Xerium für 13,50 US-Dollar je Aktie in Cash erworben. Die Übernahme von Xerium ist gemessen am Transaktionsvolumen die größte Übernahme der Firmengeschichte.
 

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Größte Übernahme der Firmenhistorie - Andritz schließt Xerium-Kauf ab

Düsseldorf (APA/Reuters) - Wenige Wochen vor der erwarteten Entscheidung der Kohlekommission für einen Ausstieg aus der Verstromung des Brennstoffs haut RWE-Chef Rolf Martin Schmitz auf den Tisch: "Sollte die Politik so einen abrupten Ausstieg beschließen, würde ich geltend machen, was man uns da antut", sagte der Manager in einem am Mittwoch im Voraus veröffentlichten Interview der "Zeit".
 

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RWE-Chef würde bei abruptem Kohleausstieg auf Entschädigung klagen