Deutschland kann auf Rückzahlung von Air-Berlin-Kredit hoffen

München/Berlin (APA/Reuters) - Die deutsche Regierung kann doch noch auf eine komplette Rückzahlung des umstrittenen 150-Millionen-Euro-Kredits an die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin hoffen. Allerdings muss sie darauf voraussichtlich noch einige Jahre warten, wie Air-Berlin-Insolvenzverwalter Lucas Flöther am Dienstag sagte.

Er gehe inzwischen davon aus, dass er den Großteil der Summe aus der Verwertung des restlichen Vermögens und der Anfechtung von Auszahlungen vor der Insolvenz "im Lauf der nächsten Jahre" zurückzahlen könne. "Es ist sogar nicht mehr auszuschließen, dass wir imstande sein werden, die gesamte ausgereichte Summe zurückzuführen - ohne Zinsen wohlgemerkt", fügte Flöther hinzu.

Die Hälfte des Massedarlehens - rund 75 Millionen Euro - habe der deutsche Bund bereits zurückbekommen, erklärte Flöther. Noch im Frühjahr habe es so ausgesehen, als würde es auch nicht mehr werden. Air Berlin war fast genau vor einem Jahr in die Pleite gerutscht, nachdem der Großaktionär Etihad Airways überraschend die finanzielle Unterstützung gekappt hatte. Um eine sofortige Einstellung des Flugbetriebs zu verhindern, hatte der Bund eine Finanzspritze der Staatsbank KfW über 150 Millionen Euro beschlossen. Der Plan, das Geld aus dem Verkauf eines Teils des Geschäfts an die Lufthansa zurückzuzahlen, war am Widerstand der Kartellwächter gescheitert.

Der KfW-Kredit wird als besichertes Massedarlehen vorrangig getilgt. Ob die übrigen Gläubiger noch Geld sehen werden, hängt vor allem von der geplanten Klage Flöthers gegen Etihad ab. Er hatte sich um eine externe Finanzierung der Klage bemüht. Die arabische Fluggesellschaft hatte versprochen, Air Berlin weiter zu finanzieren, die Zusage aber nicht eingehalten.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte