Deutscher Kohleausstieg - Energieintensive Branchen wollen Ausgleich

Berlin (APA/AFP) - Mehrere energieintensive Branchen in Deutschland haben in einem gemeinsamen Positionspapier einen Ausgleich für steigende Stromkosten infolge des Kohleausstiegs gefordert. Das "Handelsblatt" zitierte am Dienstag aus einem Papier von Vertretern der Branchen Stahl, Metalle, Papier, Baustoffe, Glas und Chemie, die Ausgleichsmaßnahmen fordern.

Ohne Kompensation werde die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gegenüber der internationalen Konkurrenz beschädigt. Die Branchen stehen demnach für rund 800.000 Arbeitsplätze. Sie kritisieren dem Bericht zufolge in dem Papier, dass sie nicht direkt in die Arbeit der Kohlekommission eingebunden seien, die im Auftrag der Bundesregierung den Ausstieg aus der Kohle vorbereiten soll. Parallel zu dem Gremium müsse eine Plattform eingerichtet werden, "die sich mit den Auswirkungen der getroffenen Entscheidungen auf die energieintensiven Industrien und die nachgelagerten Wertschöpfungsketten befasst", heißt es laut "Handelsblatt" in dem Papier. Diese Plattform solle beim Bundeswirtschaftsministerium angesiedelt werden.

Zu den Empfehlungen der Kohlekommission müssten zudem Folgeabschätzungen erstellt werden. "Energieintensive Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen, können die Mehrkosten, die sich aus nationalen Sonderregeln ergeben, nicht weitergeben", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Chemischen Industrie (VCI), Utz Tillmann, der Zeitung. "Sie brauchen einen Ausgleich." Die Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Metalle (WVM), Franziska Erdle, kritisierte, es würden "immer mehr Energieträger infrage gestellt". Das führe zu steigenden Strompreisen und einer Investitionszurückhaltung.

Die Kohlekommission hatte Ende Juni ihre Arbeit aufgenommen. Die aus Politikern, Verbänden und Wissenschaftern zusammengesetzte Runde mit dem Titel "Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung" soll bis zum Jahresende einen Plan zum Ausstieg aus der Kohleverstromung vorlegen, der zugleich die Interessen der betroffenen Regionen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze berücksichtigt.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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