Deutscher Innenminister: Warnstreiks "völlig unangemessen"

Berlin - Deutschlands Innenmiinister Thomas de Maiziere (CDU) hat die Verdi-Streiks an Flughäfen und in anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes als "völlig unangemessen" kritisiert. "Für die Bestreikung ausgerechnet von wichtigen Flughäfen und Berliner Kliniken gibt es keinen vernünftigen Grund", erklärte de Maiziere am Mittwoch in Berlin.

Seit Mittwochfrüh beeinträchtigen Arbeitsniederlegungen an deutschen Flughäfen den Flugverkehr. Hunderte Flüge fallen aus.

Am größten Flughafen Frankfurt am Main wurden 392 von 1.330 geplanten Flügen annulliert, wie ein Sprecher sagte. Am Münchner Flughafen fielen nach Angaben eines Sprechers zwei Drittel der Flüge aus (740 von rund 1.100 geplanten Flügen). Auch bei Flügen von und nach Österreich kommt es zu Verspätungen bzw. Ausfällen. Die AUA muss von ihren insgesamt 45 Verbindungen nach Deutschland zehn Verbindungen (20 Einzelflüge) von und nach Frankfurt und München streichen. Bei der deutschen AUA-Mutter Lufthansa fallen sechs Österreich-Flüge aus, jeweils drei von München nach Wien und umgekehrt.

Die deutsche Dienstleistungsgewerkschaft Verdi will mit den Warnstreiks an den Flughäfen, aber auch mit Arbeitsniederlegungen im Nahverkehr, bei der Müllabfuhr oder in Kindertagesstätten Druck in den laufenden Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen machen. Die Verhandlungen werden am Donnerstag und Freitag in Potsdam fortgesetzt.

De Maiziere warf der Gewerkschaft vor, mit Warnstreiks etwa an Flughäfen treffe sie nur Unbeteiligte. "Das ist umso ärgerlicher, da der bisherige Verhandlungsverlauf dafür keinen Anlass geboten hat", sagte der Innenminister. Es werde "konstruktiv und sachlich" verhandelt. Den Gewerkschaften seien eine Tariferhöhung von drei Prozent sowie weitere Zugeständnisse angeboten worden. "Darüber sollte man doch erstmal reden anstatt zu streiken", forderte de Maiziere.

Verdi-Chef Frank Bsirske warf den Arbeitgebern dagegen vor, dass das Angebot einen Reallohnverlust bedeute. Da die drei Prozent in zwei Stufen angeboten würden und jede der beiden Erhöhungen erst jeweils im Juni wirksam werden solle, betrage es auf zwei Jahre gerechnet nur 1,8 Prozent, sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Verdi fordert unter anderem sechs Prozent mehr Lohn und eine Anhebung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro pro Monat.

Bsirske verteidigte auch die Ausweitung der Warnstreiks. Der Sinn von Warnstreiks sei es, Tarifverhandlungen zu beschleunigen, sagte Bsirske. Er hoffe, "dass dieses Signal verstanden wird und wir bei der dritten Runde am Donnerstag und Freitag zu einer Einigung kommen".

Paris (APA/Reuters) - Der französische Medienkonzern Vivendi taxiert den Wert seiner Tochterfirma Universal Music Group (UMG) auf mehr als 40 Milliarden Dollar (rund 34 Milliarden Euro). Er habe gerade in dieser Woche eine entsprechende Schätzung gesehen, sagte Vivendi-Chef Arnaud de Puyfontaine am Freitag auf einer Branchenkonferenz in Barcelona. Er gehe aber davon aus, dass der Wert noch darüber liege.
 

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Vivendi-Chef schätzt Wert der Musiksparte auf über 40 Mrd. Dollar

München (APA/dpa) - Es ist Tag eins nach der Hiobsbotschaft. Die Siemens-Mitarbeiter in Leipzig und Görlitz wissen seit weniger als 24 Stunden, dass ihre Werke mit zusammen 920 Arbeitsplätzen geschlossen werden sollen. Und in Erfurt steht das Generatorenwerk auf der Kippe. Doch statt resignierter Katerstimmung herrscht vor allem Wut.
 

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Unverständnis und Wut: Siemens-Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft

London/Göteborg (APA/dpa/AFP/Reuters) - Großbritannien und die Europäische Union geben die Hoffnung auf einen raschen Durchbruch bei den Brexit-Verhandlungen noch nicht auf. Doch müsse London spätestens bis Anfang Dezember Zugeständnisse machen, sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk am Freitag in Göteborg. Nur dann könne Mitte Dezember die zweite Verhandlungsphase eingeläutet werden.
 

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Warten auf Bewegung beim Brexit - EU präzisierte Frist für London