Deutscher Finanzminister und Bundesbankchef warnen vor Pessimismus

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Bundesbank-Präsident Jens Weidmann haben trotz verschlechterter Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft vor übertriebenem Pessimismus gewarnt.

Es sei keine substanzielle Verschlechterung für die globale Wirtschaft zu verzeichnen, sagte Schäuble am Freitag in Washington nach Beratungen der führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) am Rande der Frühjahrstagung (IWF). "Es gibt keinen Grund für überzogene Nervositäten."

Im Kreis der G-20 werde immer deutlicher, dass die Geld- und Finanzpolitik nicht Reformen und bessere Investitionsbedingungen ersetzen könnten. Strukturreformen werde von den G-20-Länder inzwischen sehr deutlich eine höhere Priorität eingeräumt. Schäuble äußerte sich kritisch über die häufigen Prognosekorrekturen des IWF. Dadurch werde eher Verunsicherung geschürt. Vertrauen von Investoren und Verbrauchern sei aber wichtig für nachhaltiges Wirtschaftswachstum. Der IWF hatte seine Prognose für die Weltwirtschaft zum zweiten Mal in diesem Jahr gesenkt - auf 3,2 Prozent für 2016 und auf 3,5 Prozent für 2017.

Weidmann sprach von relativ leichten Korrekturen. Die Expansion der Weltwirtschaft setze sich aber fort. "Es gibt keinen Grund für Alarmismus oder übertriebenen Pessimismus." Er habe den Eindruck, dass dies im Kreis der G-20 geteilt werde. Von fast Allen werde die Notwendigkeit von Strukturreformen erkannt. Es gebe aber die Sorge, dass am Ende doch wieder kurzfristige Stimulus-Programm zum Ersatz für Reformen gesehen.

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