Deutscher Finanzhof-Präsident für Mindeststeuer für Konzerne

München (APA/dpa) - In Deutschland hat Bundesfinanzhof-Präsident Rudolf Mellinghoff eine internationale Mindeststeuer für Konzerne gefordert. Zum Geschäftsmodell Steueroase gehöre immer zuerst ein Staat, der Vorteile anbiete. Um unfairen Steuerwettbewerb zu vermeiden, müssten "sich die Staaten abstimmen und ein Mindestmaß an Besteuerung sicherstellen", sagte Mellinghoff der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstag).

"Ich halte deshalb gemeinsame Standards für zwingend notwendig." Allerdings bezweifle er, dass das global gelinge: "Bis heute schaffen wir es selbst in Europa nicht, Steueroasen wie die britischen Kanalinseln Guernsey oder Jersey zu beseitigen."

Wegen der Besteuerung von Apple, Amazon und anderen Konzernen gebe es gerade ernsten juristischen Streit zwischen der EU-Kommission und EU-Staaten. Apple habe sich auf die Steuerauskunft Irlands verlassen - jetzt verlange die EU-Kommission, dass Irland 13 Mrd. Euro Steuern nachfordert, und Irland weigere sich.

Das nationale Steuerrecht auszulegen, sei eigentlich Sache der Mitgliedsstaaten, sagte Mellinghoff. Außerdem fehlten allgemeingültige Maßstäbe, wo die zu besteuernde Wertschöpfung stattfinde. Das iPhone zum Beispiel sei in den USA erdacht worden, werde in Asien hergestellt, von der Schweiz aus vertrieben und in Deutschland verkauft: "Welcher Anteil am Gewinn soll nun in welchem Land versteuert werden?"

Die deutsche Autoindustrie baue viele Autos im Ausland und verkaufe die meisten dort. Wenn die Wertschöpfung durch Patente und innovative Ideen weniger zählten, hätte das Folgen für die deutschen Steuereinnahmen.

Frankfurt am Main (APA/dpa) - Deutschlands Maschinenbauer trotzen bisher internationalen Handelskonflikten. Im ersten Halbjahr stiegen die Auslieferungen von Maschinen "Made in Germany" gegenüber dem starken Vorjahreszeitraum um 4,3 Prozent auf 86,7 Mrd. Euro, teilte der Branchenverband VDMA am Montag in Frankfurt mit.
 

Newsticker

Maschinenbau-Export hält Kurs in handelspolitischen Stürmen

Wien (APA) - Das Internet der Dinge beschäftigt immer mehr heimische Unternehmen, viele wissen aber nicht, wo sie ansetzen sollen. Die Interessenvertretung Plattform Industrie 4.0 hat nun acht Forschungsfelder erarbeitet, die für den österreichischen Weg im digitalen Wandel zentral sein sollen. Denn "abwarten ist gefährlich", meinte Vereins-Geschäftsführer Roland Sommer am Montag.
 

Newsticker

Forschungswegweiser soll heimische Firmen für Industrie 4.0 rüsten

Frankfurt am Main/Berlin (APA/dpa) - In den deutschen Großstädten sind die Mieten stark gestiegen, ein Ende ist nicht in Sicht - auch weil die Baukosten immer höher klettern. Auch die Kommunen tragen einen Teil der Schuld, klagt nun die Immobilienwirtschaft. Die Städte reagieren empört.
 

Newsticker

Deutsche Immobilienwirtschaft sieht Wohnbau-Versäumnisse der Kommunen