Deutscher Bahnstreik- Lokführer bestreiken jetzt auch Personenverkehr

Berlin - Der Lokführerstreik in Deutschland hat Dienstag früh Millionen Pendler und Fernreisende zum Umsteigen auf andere Verkehrsmittel gezwungen. Die Mitglieder der Lokführergewerkschaft GDL hatten in der Nacht um 2 Uhr im Personenverkehr der Deutschen Bahn die Arbeit niedergelegt und wollen sie erst Sonntag früh wieder aufnehmen. Bereits seit Montagnachmittag wird der Güterverkehr bestreikt.

"Im Reisezugverkehr innerhalb Deutschlands und im grenzüberschreitenden Verkehr nach Österreich ist in diesem Zeitraum mit Zugausfällen und Verspätungen zu rechnen. ÖBB Korridorzüge via Salzburg/Kufstein sind vom Streik nicht betroffen. Railjet-Züge zwischen Wien und München verkehren nach derzeitigem Stand planmäßig", hieß es Dienstag früh auf der ÖBB-Website.

Der Zugverkehr nach Ersatzfahrplänen sei in der Früh "stabil angelaufen", teilte die Deutsche Bahn in Berlin mit. Demnach fuhren im Fernverkehr etwa ein Drittel der Züge und im Regionalverkehr zwei Drittel. Besonders vom Streik betroffen seien die ostdeutschen Bundesländer und der Güterverkehr. Als Schwerpunkte des Streiks nannte die Bahn Berlin, Halle, Frankfurt am Main und Mannheim.

Im Raum Halle, Leipzig und Dresden fuhren nach Bahn-Angaben in der Früh nur 15 Prozent der Regionalzüge. Später sagte ein Bahnsprecher, es könnten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen etliche Züge mehr fahren als geplant, weil mehr Lokführer zur Arbeit erschienen seien als erwartet. Anders als im Westen der Republik gibt es im Osten unter den Lokführern fast keine Beamten, die nicht streiken dürfen.

Auch die S-Bahnen waren stark beeinträchtigt. In Hamburg fuhren sie auf den Stammlinien im 20-Minuten-Takt. In Berlin wurde etwa die Hälfte der Linien ebenfalls im Abstand von 20 Minuten bedient.

Der fast sechstägige Streik ist der achte im derzeitigen Tarifkonflikt und der längste bei der Deutschen Bahn seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1994. Vor diesem Hintergrund forderten mehrere Unionspolitiker eine Zwangsschlichtung.

Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Michael Fuchs (CDU), sprach sich für die Einführung eines gesetzlichen Schlichtungsverfahrens im Bahn- und Luftverkehr aus. "Bevor gestreikt wird, sollen die Parteien miteinander reden - wie erwachsene Menschen", sagte er der "Bild"-Zeitung (Dienstag).

Der Vorsitzende der Jungen Union, Paul Ziemiak, verlangte "klarere Regeln für Arbeitskämpfe". "Ein Mediationsverfahren sollte immer Vorbedingung von Streiks sein, ergänzt um eine angemessene Ankündigungspflicht von vier Tagen", schlug Ziemak vor.

Der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky hatte am Montagabend erneut die von der Bahn vorgeschlagene Schlichtung abgelehnt. Es gehe um grundgesetzlich geschützte Rechte der GDL-Mitglieder, sagte er im ZDF. "Wir lassen nicht über Grundrechte schlichten."

Der Fahrgastverband Pro Bahn regte statt einer Schlichtung mit Schlichterspruch an, einen Moderator einzuschalten. Bei einer Moderation gehe es erst mal darum, die Fähigkeit herzustellen, miteinander zu sprechen, sagte der Ehrenvorsitzende von Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, der "Rheinischen Post" (Dienstag). "Als Moderator könnten wir uns den früheren Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche, Bischof Wolfgang Huber, vorstellen."

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

Bonität

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Wirtschaft

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

Newsticker

Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte