Deutscher Außenhandelspräsident: Mehr Importe sind ein Muss

Berlin (APA/Reuters) - Die anhaltend hohen deutschen Leistungsbilanzüberschüsse sind für Außenhandelspräsident Holger Bingmann ein Weckruf, um die deutschen Einfuhren kräftiger nach oben zu fahren. Zunächst einmal seien die Überschüsse Beleg dafür, dass Deutschland in der Welt "tolle Produkte und Dienstleistungen" von hoher Qualität anzubieten habe.

Der neue Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen sagte am Dienstag weiters, dass es ein Fehler wäre, nun die Ausfuhren zu drosseln. Statt dessen müsse Deutschland die Importe stärker fördern, um das weltweit kritisierte Ungleichgewicht im deutschen Außenhandel zu korrigieren.

Der BGA verwies darauf, dass die anhaltenden deutschen Exporterfolge nicht das Ergebnis einer gezielten und gesteuerten Handelspolitik seien, sondern Ausdruck der Wertschätzung für deutsche Produkte in der Welt. "Gute Produkte scheinen ihren Markt zu finden", sagte Bingmann. Insofern wäre es "in einem falschen Maße protektionistisch", daran etwas zu ändern, nur um die Leistungsbilanz ausgeglichener zu gestalten. In der deutschen Wirtschaft wird immer wieder darauf verwiesen, dass in vielen Güter-Ausfuhren bereits ein hoher Anteil importierter Teile steckt.

"Ich bin aber ehrlich ein bisschen beunruhigt über das Handelsbilanzdefizit, das wir als Europäische Union gegenüber Amerika haben, was moderne Dienstleistungen im IT-Bereich und benachbarten Feldern betrifft", ergänzte Bingmann. "Wir müssen schauen, dass wir im Bereich der Amazons, der Googles aufholen, um hier nicht Ungleichgewichte in den entsprechenden Produkten zu erzeugen."

Das Ifo-Institut hatte zuvor ermittelt, dass Deutschland im vergangenen Jahr erneut den weltweit größten Überschuss in der Leistungsbilanz erzielt hatte. Mit umgerechnet 287 Mrd. Dollar (rund 234 Euro) sei er mehr als doppelt so groß ausgefallen wie der von Exportweltmeister China mit 135 Mrd. Dollar, ergaben die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegende Berechnungen. "Damit lag Deutschland zum zweiten Mal in Folge vor allen anderen Ländern", sagte Ifo-Experte Christian Grimme.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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