Deutsche Wirtschaft entgeht mit Mini-Wachstum knapp der Rezession

Wiesbaden - Konsum und Exporte haben die deutsche Wirtschaft im Sommer vor dem Abrutschen in eine Rezession bewahrt. Das Statistische Bundesamt verzeichnete für das dritte Quartal 2014 ein Mini-Wachstum von 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Die Wiesbadener Behörde bestätigte am Dienstag ihre ersten Berechnungen für das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Mitte November.

"Die deutsche Wirtschaft hat sich in einem schwierigen weltwirtschaftlichen Umfeld als stabil erwiesen." Im Frühjahr hatte die Wirtschaftsleistung zum Auftaktquartal leicht um 0,1 Prozent abgenommen. Wäre das BIP auch in den Monaten Juli bis September zurückgegangen, hätten Volkswirte von einer leichten Rezession gesprochen. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs Europas größte Volkswirtschaft im Sommer preisbereinigt um 1,2 Prozent.

Im Vergleich zum zweiten Quartal 2014 legten sowohl die privaten (plus 0,7 Prozent) als auch die staatlichen Konsumausgaben (plus 0,6 Prozent) zu. Möglicherweise habe die Euphorie nach dem Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien dem privaten Konsum einen Schub gegeben, meint Berenberg-Volkswirt Christian Schulz. "Da der Konsum 56 Prozent des BIP ausmacht, haben Konsumenten 0,4 Prozent zum Wachstum im Quartalsvergleich beigetragen", erklärte Schulz.

Zudem stützte der Außenhandel die deutsche Konjunktur: Die Exporte stiegen preis-, saison- und kalenderbereinigt um 1,9 Prozent und legten somit stärker zu als die Importe (plus 1,7 Prozent). Dadurch hatte der Außenbeitrag - die Differenz aus Exporten und Importen - einen leicht positiven Effekt auf das BIP.

Dagegen waren die Investitionen im dritten Quartal insgesamt rückläufig: Vor allem in Ausrüstungen wie Maschinen, Geräte und Fahrzeuge wurde 2,3 Prozent weniger Geld gesteckt als im Vorquartal. Die Investitionen in Bauten gingen leicht zurück (minus 0,3 Prozent). Außerdem wurde das BIP-Wachstum um 0,5 Prozentpunkte gebremst, weil Unternehmen ihren Bestand auf Vorrat produzierter Waren abbauten.

Die Aussichten sind trüb: Wirtschaftsforscher, aber auch die Bundesregierung, senkten in den vergangenen Wochen ihre Wachstumserwartungen für 2014 und 2015. Die fünf Wirtschaftsweisen erwarten für die deutsche Wirtschaft im laufenden Jahr noch 1,2 Prozent statt 1,9 Prozent Wachstum und für 2015 dann 1,0 Prozent.

Ein Hoffnungszeichen: Der jüngste Ifo-Geschäftsklimaindex. Erstmals seit Monaten blicken Deutschlands Unternehmen demnach trotz aller internationalen Krisen wieder zuversichtlicher in die Zukunft. Damit wächst die Hoffnung, dass Unternehmen wieder mehr investieren und so die Konjunktur anschieben.

Überwiegend rechnen Ökonomen damit, dass die deutsche Wirtschaft nach dem Dämpfer im Frühjahr und dem Mini-Wachstum im dritten Quartal im kommenden Jahr wieder besser in Schwung kommen wird. "Kräftiger Konsum und kräftige Exporte zeichnen das Bild einer grundsätzlich starken und wettbewerbsfähigen Volkswirtschaft", begründet es etwa Berenberg-Ökonom Schulz.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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