Deutsche Wirtschaft setzt auf Geschäfte im Iran

Berlin - Regelmäßig reisen deutsche Unternehmer in das Land, um alte Wirtschaftskontakte wiederzubeleben. Die Aufhebung erster Sanktionen gegen den Iran lässt sie auf wachsende Exporte hoffen. Doch Schwierigkeiten bei der Finanzierung dämpfen die Euphorie.

Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und dem Iran sind traditionell eng. Knapp ein Drittel der industriellen Infrastruktur im Iran stammt nach Angaben des Auswärtigen Amtes aus deutscher Produktion. Unternehmen wie Siemens und Daimler sind seit Jahrzehnten im Iran aktiv. Maschinen und Autos aus Deutschland werden wegen ihrer Qualität hoch geachtet.

Doch die früher sehr intensiven Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Ländern haben unter den internationalen Sanktionen im Atomstreit stark gelitten. Im Jahr 2014 verzeichneten die deutschen Exporte nach Angaben des Auswärtigen Amtes mit einem Wert von knapp 2,4 Mrd. Euro dann erstmals wieder ein kräftiges Plus - vor allem weil der Iran mehr Maschinen und Getreide aus Deutschland kaufte. Vergangenes Jahr gingen die Exporte wieder auf 2,07 Mrd. Euro zurück.

Für die Zukunft versprechen sich die deutschen Unternehmen deutlich bessere Zahlen. Denn der Iran will kräftig investieren: Zahlreiche Industrieanlagen sind veraltet und müssen auf den neuesten Stand gebracht werden, das Bahnnetz soll modernisiert werden. Zudem will der Iran die Nutzung erneuerbarer Energien wie Windkraft und Solarenergie ausbauen.

Vom Nachholbedarf der iranischen Wirtschaft könnten deutsche Unternehmen verschiedenster Branchen profitieren. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hält es für möglich, dass sich die deutschen Exporte in den Iran innerhalb weniger Jahre auf rund zehn Milliarden Euro verfünffachen.

Noch zögern jedoch europäische Banken, Investitionen im Iran zu finanzieren. Der Grund: Sie befürchten Strafen in den USA. Der Westen hat zwar zahlreiche Sanktionen gegen den Iran aufgehoben, vor allem was Ölexporte und Finanztransaktionen angeht. Doch in Washington steht das Land in anderen Bereichen wie der Terrorfinanzierung weiter auf der Sanktionsliste.

Bei den Kreditinstituten herrscht deshalb noch Unklarheit, welche Geschäfte genau wieder erlaubt sind. Deutsche Unternehmen fordern darum Rechtssicherheit für den Bankensektor - damit die Suche nach einem Kreditinstitut wieder erfolgreich ist.

Ankara (APA/Reuters) - Die türkische Regierung hat vor den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen am 24. Juni ihre Ausgaben hochgefahren. Dadurch wuchs das Budgetdefizit in den ersten fünf Monaten dieses Jahres um 78 Prozent auf umgerechnet rund 3,7 Mrd. Euro (20,5 Mrd. Lira), wie aus den am Montag veröffentlichten offiziellen Daten hervorgeht.
 

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Türkisches Staatsdefizit stieg vor Wahlen kräftig - Mehr Ausgaben

Vilnius (APA/Reuters) - Die EZB wird nach Einschätzung von Litauens Notenbankchef Vitas Vasiliauskas möglicherweise im Herbst 2019 erstmals seit Jahren ihre Zinsen straffen. "Da es traditionell keine Sitzung im August gibt, ist es offensichtlich, dass wir über September, Oktober sprechen könnten", sagte das EZB-Ratsmitglied am Montag vor Journalisten. "Ich würde sagen, es geht in Richtung Herbst."
 

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EZB-Notenbanker hält Zinserhöhung im Herbst 2019 für möglich

Wien (APA) - Die ÖVP/FPÖ-Regierung will den lebenslangen Rücktritt von Lebensversicherungen im Fall von falscher oder fehlender Belehrung um einiges unattraktiver machen. Betroffene sollen bereits 2019 deutlich weniger Geld herauskommen. Die Arbeiterkammer und die Liste Pilz kritisieren den schwarz-blauen Vorstoß.
 

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AK-Kritik: Regierung macht Versicherungsrücktritt unattraktiver