Deutsche Wirtschaft warnt EZB vor Spirale des billigen Geldes

Berlin/Frankfurt - Die deutsche Wirtschaft warnt die Europäische Zentralbank (EZB) angesichts der geplanten Geldschwemme vor einem Währungskrieg. "Die Märkte haben schon reagiert - der niedrige Euro-Wechselkurs ist auch eine Folge des signalisierten Staatsanleihenkaufs", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, am Montag der Nachrichtenagentur Reuters.

Das erleichtere zwar Exporte. "Aber der niedrige Wechselkurs hat auch seinen Preis." Andere Länder könnten darauf reagieren. "Wenn die USA jetzt zum Beispiel ihre Zinserhöhung verschieben, um gegenüber Europa nicht an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren, droht uns eine Spirale des lockeren Geldes, bei der am Ende alle verlieren", warnte Wansleben.

Auch die Familienunternehmer sprechen von einer "schlechten Idee", Staatsanleihen zu kaufen. "Die EZB fühlt sich eigenmächtig zur Bekämpfung der Rezession in Europa berufen", sagte Verbandspräsident Lutz Goebel. "Dazu hat sie aber kein Mandat und überschätzt ihre Möglichkeiten auf Kosten der europäischen Steuerzahler." Die Gefahr sei groß, dass vor allem die Euro-Länder wieder stärker auf neue Schulden setzten, die erst auf halbem Wege bei ihren Reformbemühungen seien.

Die EZB wird voraussichtlich am Donnerstag den Kauf von Staatsanleihen im Volumen von Hunderten Milliarden Euro beschließen. Das Programm soll Banken bewegen, ihre Staatsanleihen abzustoßen und stattdessen mehr Kredite zu vergeben. Dies soll die schleppende Konjunktur ankurbeln und einen Preisverfall auf breiter Front in der Eurozone verhindern.

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