Deutsche Wirtschaft zunehmend besorgt über schwachen Euro

Die deutsche Wirtschaft zeigt sich zunehmend besorgt über die anhaltende Euro-Schwäche. Hatten im Herbst 2014 in der Wechselkursentwicklung nur elf Prozent der Betriebe ein Geschäftsrisiko gesehen, sind es mittlerweile 18 Prozent, wie aus Zahlen der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) hervorgeht, die der "Welt" (Montagsausgabe) vorlagen.

"In der Textil-, Bekleidungs- und Lederindustrie liegt der Anteil sogar fast doppelt so hoch", sagte DIHK-Chefvolkswirt Alexander Schumann der Zeitung. "Vor allem im Mittelstand wachsen die Sorgen um die Währungsentwicklung."

Der schwache Euro-Kurs treibe die Exporte zwar spürbar an. "Bei aller Freude im Exportgeschäft sind damit auch gravierende Nachteile verbunden. Die starken Kursbewegungen werfen langfristige Planungen durcheinander, Absicherungsgeschäfte werden teurer", führte Schumann aus. Zudem stiegen die Kosten für Vorleistungen aus dem Ausland, insbesondere für Rohstoffe.

Der Euro-Kurs wird laut einer der "Welt" vorliegenden Konjunkturprognose der Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young) vorerst auf niedrigem Niveau verharren. Er werde in diesem Jahr bei 1,07 Dollar liegen und im nächsten Jahr mit 1,01 Dollar fast Parität zur US-Leitwährung erreichen, prognostizieren die Experten demnach.

Die deutsche Wirtschaft wird der Prognose zufolge dieses Jahr um 2,2 und nächstes Jahr um 2,0 Prozent zulegen. Die Euro-Zone soll im Jahr 2015 um 1,5 Prozent und 2016 um 1,8 Prozent wachsen. Bis zum Ende des Jahrzehnts könnte die extrem hohe Arbeitslosigkeit in den Krisenländern deutlich sinken.

So erwarten die EY-Experten einen Rückgang der Arbeitslosenquote in Spanien von 24,5 Prozent im Jahr 2013 auf 18 Prozent im Jahr 2019. Im gleichen Zeitraum soll die Arbeitslosenquote in Griechenland von 26,5 auf 17,4 und in Portugal von 14,1 auf 10,3 Prozent fallen.

Berlin/Frankfurt (APA/dpa) - Der irische Billigflieger Ryanair hat die Gewerkschaft Verdi als Verhandlungspartner für das in Deutschland stationierte Kabinenpersonal anerkannt. Die Gewerkschaft will nun zügig Tarifverhandlungen aufnehmen, wie sie am Mittwoch mitteilte.
 

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Ryanair erkennt Verdi als Verhandlungspartner für Kabine an

München (APA/Reuters) - Die deutsche Internet-Kleinanzeigenbörse Scout24 will mit der Übernahme des Vergleichsportals Finanzcheck.de künftig mehr an Gebrauchtwagen-Krediten verdienen. Der Münchner Betreiber der Portale autoscout24.de und immobilienscout24.de zahlt für den defizitären Ratenkredit-Vermittler 285 Millionen Euro.
 

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Scout24 kauft Vergleichsportal Finanzcheck.de

Washington/Berlin (APA/Reuters) - IWF-Chefin Christine Lagarde hat US-Präsident Donald Trump vor einer Eskalation des Handelsstreits gewarnt. "Die Spannungen in der Handelspolitik haben bereits ihre Spuren hinterlassen, das Ausmaß der Schäden aber hängt davon ab, was die Politik als Nächstes tut", schrieb Lagarde in einem am Mittwoch veröffentlichen Blog im Vorfeld des G-20-Finanzministertreffens am Wochenende in Buenos Aires.
 

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IWF-Chefin Lagarde - Handelsstreit dürfte USA am härtesten treffen