Deutsche Versicherer suchen Heil in Produkten mit weniger Garantie

Wegen der niedrigen Zinsen verkaufen die deutschen Lebensversicherer zunehmend Produkte mit eingeschränkten Garantiezusagen. Im vergangenen Jahr machten diese Policen 37 Prozent des Neugeschäfts aus, nach 31 Prozent 2014 und 24 Prozent 2013, sagte Alexander Erdland, der Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), am Mittwoch in Berlin.

Das gesamte Neugeschäft der klassischen Lebensversicherung sank um 3,2 Prozent auf das Niveau von 2013.
Wegen der niedrigen Zinsen verlieren Lebensversicherungen für die Kunden an Attraktivität. Der Garantiezins wurde Anfang 2015 auf 1,25 Prozent gesenkt. Zugleich haben die Lebensversicherer Probleme, die Renditen zu erwirtschaften, die sie den Kunden einst versprochen haben. Viele rücken von lebenslangen Garantien ab, für die sie sich mit langlaufenden Staatsanleihen eindecken müssen, die aber kaum noch Rendite abwerfen. So bieten sie zunehmend Produkte mit zeitlich befristeten Garantiezusagen an. "Der Umbau ist hier in vollem Gange", sagte Erdland. Versicherungen mit mehr Garantie hätten weniger Rendite und umgekehrt, ergänzte Markus Faulhaber, der Chef von Allianz Leben. "Es gibt ein Sortiment von Produkten mit unterschiedlichen Chancen-Risiken-Profilen, die sich der Kunde nach seinem eigenen Risikoempfinden aussuchen kann."
Die Versicherer haben sich laut Erdland die Kritik wegen mangelnder Transparenz zu Herzen genommen und gegengesteuert. So habe der Verband jüngst etwa empfohlen, wie sogenannte Standmitteilungen aussehen sollten, mit denen Lebens- und Rentenversicherer einmal jährlich ihre Kunden über deren Vorsorgevermögen und die zu erwartende Rente informieren. "Wir haben sie in Sprache und Struktur vollständig überarbeitet und verständlich gemacht", sagte der Verbands-Chef.
Die Beitragseinnahmen der Assekuranz stiegen im vorigen Jahr so wenig wie seit 2011 nicht mehr. Die Prämien kletterten wegen des schwächelnden Geschäfts mit der Lebensversicherung nur um 0,6 Prozent auf 193,8 Mrd. Euro, wie der GDV mitteilte und damit vorläufige Zahlen vom Februar weitgehend bestätigte. "Wir haben uns ganz ordentlich geschlagen", sagte Erdland. "Ich wäre zufrieden, wenn die Ergebnisse sich im laufenden Jahr ähnlich entwickeln würden."
Aufgrund des Zinsdrucks seien die Firmen gezwungen, ihre Kosten zu senken. Dies werde auch im Vertrieb geschehen, erläuterte Erdland und sagte im Zuge der Digitalisierung einen weiteren Abbau der Vermittler und Berater voraus. Deren Zahl sei bereits seit 2010 von gut 260.000 auf rund 231.000 gesunken. Der GDV bekräftigte seine Kritik an der Europäischen Zentralbank (EZB) wegen der lockeren Geldpolitik und des umstrittenen Anleihenkaufprogramms.
Dass es nicht mehr Wachstum und Beschäftigung in Europa gebe, sei allerdings nicht nur der Fehler von EZB-Chef Mario Draghi. "Der ist 'nur' der Zauberlehrling, der jetzt die Kontrolle über ein Programm verliert, das aus dem Ruder läuft", sagte Erdland. Das Problem sei mangelnder Reformeifer in wichtigen Ländern der EU.

Wien (APA) - Analysten erwarten für die am Dienstagabend anstehenden Quartalszahlen der Telekom Austria stabile Entwicklungen beim Umsatz und beim operativen Ergebnis (EBITDA), aber einen starken Rückgang beim Gewinn. Das Mittel der Prognosen von Credit Suisse, Erste Group und Raiffeisen Centrobank (RCB) für den Umsatz liegt bei 1.062,3 Mio. Euro und damit nur leicht über dem Vorjahreswert von 1.058,9 Mio.
 

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Telekom Austria -Analysten sehen stabilen Umsatz, aber Gewinneinbruch

Klagenfurt/Wien (APA) - Die heimische Beteiligungsfirma Lilihill Capital Beteiligung GmbH kommt bei der Teilprivatisierung des Klagenfurter Flughafens zum Zug. Wie die Kärntner Beteiligungsverwaltung mitteilte, fiel der entsprechende Beschluss in der Aufsichtsratssitzung am Montag einstimmig. Die Beteiligung von Lilihill an der Kärntner Flughafen Betriebsgesellschaft wird 74,9 Prozent betragen.
 

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Beteiligungsfirma übernimmt 74,9 Prozent des Klagenfurter Flughafens

Brüssel (APA/dpa) - Die EU-Wettbewerbshüter prüfen wegen erheblicher Bedenken die Übernahme der Musik-Erkennungs-App Shazam durch den US-Konzern Apple im Detail. Eine vertiefte Untersuchung sei eingeleitet worden, teilte die Brüsseler Behörde am Montag mit. Es gebe die Sorge, dass die Fusion die Wahlmöglichkeiten für Nutzer von Musik-Streamingdiensten einschränkten könnte.
 

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EU-Wettbewerbshüter haben Bedenken gegen Apple-Übernahme von Shazam