Deutsche Stahlindustrie sieht keinen raschen Ausweg aus Branchenkrise

Hannover (APA/dpa) - Deutschlands Stahlindustrie dämpft wegen anhaltender Billig-Importe aus China weiterhin die Hoffnung auf rasche Besserung für die Probleme der Branche. "Eine zeitnahe internationale Lösung für die globale Stahlkrise ist gegenwärtig nicht in Sicht", sagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, am Montag bei der Industrieschau Hannover Messe.

Er verwies darauf, dass Chinas Stahlexporte im ersten Quartal 2016 noch einmal 8 Prozent über dem Startquartal des Vorjahres gelegen hätten. Auch die Importe aus dem Reich der Mitte in die EU seien nach wie vor hoch: Zum Anfang des Jahres lägen sie 23 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreswert, während in der EU die Stahlproduktion im ersten Quartal um 7 Prozent zurückging.

China produziert mit staatlicher Hilfe, leidet aber seit geraumer Zeit an einem Nachfragerückgang im eigenen Land. Daher steigen die Exporte - laut Kritikern ist der so exportierte Stahl aus dem asiatischen Riesenreich unter verzerrten Marktbedingungen entstanden, von echtem Wettbewerb könne keine Rede sein. "Dies findet zu einem erheblichen Teil über gedumpte und damit unfaire Exporte statt, von denen alle Stahlregionen der Welt erfasst sind", sagte Kerkhoff. Die bestehenden Schutzbemühungen der EU für einen fairen Wettbewerb gehörten reformiert. "Im Vergleich zu anderen Wirtschaftsregionen wie etwa den USA dauert es in der EU doppelt so lange, bis Maßnahmen wie Zölle greifen", beklagte sich Kerkhoff.

Die Stahlbranche gilt als eine Schlüsselindustrie. Spezialstahl wie etwa im Autobau oder als Träger für Brücken erfordert High-Tech. In der Branche arbeiteten in Deutschland 2015 rund 86.000 Menschen. EU-weit gab es zuletzt Proteste, um auf die Krise und drohenden Jobabbau hinzuweisen. In Deutschland ist der Branchenprimus ThyssenKrupp aus NRW, die Nummer zwei dahinter ist Salzgitter aus Niedersachsen.

München (APA/Reuters) - Siemens kauft das US-Technologieunternehmen Austemper Design Systems, einen jungen Softwareanbieter für Sicherheitsanwendungen. Mit der Übernahme könne Siemens sein Angebot an Kunden ergänzen, die sich mit autonomem Fahren sowie der Digitalisierung von Produktionsbetrieben und Infrastruktur beschäftigen, teilte das Unternehmen mit. Die Details der Übernahme würden nicht bekannt gegeben.
 

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Siemens kauft US-Technologie-Start-up

Washington (APA/AFP/Reuters) - "Baut sie hier!": US-Präsident Donald Trump hat im Handelsstreit mit der EU erneut mit Strafzöllen auf europäische Auto-Importe gedroht. Wenn die Europäische Union nicht "bald" ihre langjährigen Zölle und Barrieren für US-Produkte "niederbricht und beseitigt", würden die USA einen 20-prozentigen Tarif auf alle aus der EU eingeführten Autos verhängen, schrieb Trump am Freitag auf Twitter.
 

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Trump droht wieder mit Zöllen auf EU-Autos: "Baut sie hier!"

Brüssel (APA/dpa/Reuters) - Mit Zöllen auf amerikanische Produkte wie Whiskey, Jeans, Motorräder und Erdnussbutter hat die EU im Handelsstreit mit den USA zurückgeschlagen. Die Vergeltungszölle sind in der Nacht zum Freitag in Kraft getreten. Auf europäische Verbraucher dürften bei einigen Produkten Preiserhöhungen zukommen.
 

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Zölle auf US-Produkte in Kraft: Einige Produkte dürften teurer werden