Deutsche Staatsverschuldung sinkt schneller als erwartet

Berlin - Deutschlands Staatsverschuldung sinkt schneller als ursprünglich von der Regierung in Berlin geplant. Bereits im kommenden Jahr soll der Schuldenstand auf etwa 68,75 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung sinken, geht aus einem Reuters am Freitag vorliegenden Auszug aus dem neuen Stabilitätsbericht der Regierung hervor.

Damit wird die die Marke von 70 Prozent ein Jahr früher unterschritten als im Koalitionsvertrag vereinbart. Allerdings liegt diese Quote immer noch deutlich über der Maastricht-Schuldenobergrenze von 60 Prozent und auch über dem Niveau des Jahres 2008 von 65,1 Prozent, als die Finanzkrise noch nicht voll auf die Schuldenentwicklung durchgeschlagen war. Die schwarz-rote Koalition hat sich zum Ziel gesetzt, die 60-Prozent-Marke spätestens bis zum Ende des Jahres 2023 zu unterschreiten.

Der Auszug aus dem Stabilitätsbericht, der am kommenden Mittwoch im Kabinett beschlossen werden soll, bestätigt einen Vorabbericht des "Spiegel". Die neuen Schuldenstands-Zahlungen darin für die Jahre bis 2019 liegen allesamt unter den Werten, die von der Regierung vor einem Jahr geschätzt worden waren. Neben der guten Wirtschafts- und Haushaltsentwicklung des Staates trug dazu nach Angaben aus Regierungskreisen auch eine Änderung der statistischen Berechnungsbasis bei.

Seit 2013 sinkt nach den Zahlen des Finanzministeriums die deutsche Staatsverschuldung beständig. Im vergangenen Jahr fiel die Quote um 2,4 auf 74,7 Prozent. Das ist deutlich weniger als die bisher erwartete Größenordnung von 76 Prozent. Im laufenden Jahr wird von rund 71,5 Prozent ausgegangen. 2016 werde dann die 70-Prozent-Marke durchbrochen, heißt es weiter. Über 66 Prozent (2017) und 63,75 Prozent (2018) soll die Schuldenquote 2019 dann bei nur noch 61,5 Prozent liegen.

Die zeitweise massive Anstieg der Verschuldung hatte insbesondere mit der Finanzkrise von 2008/2009 zu tun, als der Staat Milliardensummen für die Bankenrettung einsetzte. Den darauf zurückgehenden Teil in der Schuldenquote für 2014 beziffert die Bundesregierung auf 8,2 Prozent. Auch der deutsche Anteil an den Hilfsmaßnahmen der europäischen Staaten für Euro-Krisenländer hat Einfluss auf die Schuldenzahlen.

Der südafrikanische Steinhoff-Großaktionär Christo Wiese kappt nach seinem Rücktritt als Verwaltungsratschef weitere Verbindungen zu dem angeschlagenen Handelsriesen. Wiese sagte am Freitag den Verkauf der Einzelhandelskette Shoprite an Steinhoffs Afrika-Tochter STAR ohne Angabe von Gründen ab.
 

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Steinhoff-Großaktionär sagt Milliarden-Firmenverkauf ab

Der kriselnde Möbelhändler Steinhoff - Muttergesellschaft von Kika/Leiner - lässt seinen Ankündigungen Taten folgen und versilbert Anteile an der südafrikanischen Investmentgesellschaft PSG Group. So habe das Unternehmen 20,6 Millionen Aktien oder 9,5 Prozent der Anteile an PSG verkauft, teilte Steinhoff am Freitag mit.
 

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Steinhoff verkauft Anteile an südafrikanischer Investmentgesellschaft

Am Mittwoch ist die Air-Berlin-Tochter Niki pleitegegangen. Noch gibt es eine leise Hoffnung, die Firma zu erhalten. Unterdessen fischen Konkurrenten bereits nach den hoch qualifizierten Niki-Mitarbeitern. Und auch die Kunden können hoffen, dass sie nicht um ihr Geld umfallen. Die deutsche Regierung muss aber einen Teil ihres 150 Mio. Euro schweren Überbrückungskredits für Air Berlin abschreiben.
 

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Niki-Pleite - Chancen für Mitarbeiter und letzte Hoffnung für Firma