Deutsche Minister für mehr Transparenz bei Bewertungsportalen

Vergleichs- und Bewertungsportale im Internet sollen künftig ihre Finanzierung, Verflechtungen und mögliche Provisionen offenlegen. Dafür sprachen sich die deutschen Verbraucherschutzminister von Bund und Ländern auf ihrer Konferenz am Freitag in Düsseldorf aus, wie das nordrhein-westfälische Verbraucherministerium mitteilte.

Durch eine solche Offenlegung sollten mögliche Interessenskonflikte bei den Empfehlungen der Portale erkennbar werden.

Zum Abschluss des dreitägigen Treffens äußerten sich die Ressortchefs zugleich kritisch über den Trend zu personalisierten Preisen im Onlinehandel - Preise also, die anhand des Wohnorts, des Surfverhaltens oder des persönlichen Endgeräts ermittelt werden. "Der Wohnort darf nicht darüber entscheiden, ob ich einen Preisaufschlag zahlen muss", kritisierte der Vorsitzende der Konferenz, Nordrhein-Westfalens Verbraucherminister Johannes Remmel (Grüne).

Die Verbraucherminister plädierten vor diesem Hintergrund für Referenzpreise im Onlinehandel, um Preisdiskriminierung zu verhindern. Von diesen Referenzpreisen dürfe abgewichen werden, wenn Preisaufschläge oder Preisabschläge transparent gemacht werden.

Als Konsequenz aus dem Skandal um manipulierte Abgaswerte sprachen sich die Länderminister darüber hinaus für verbesserte Klagemöglichkeiten der Verbraucher aus. Sie forderten den Bund auf, entsprechende gesetzliche Regelungen für Musterklagen zu schaffen. Dadurch sollen etwa Verbraucherschutzverbände befugt werden, mögliche Schadenersatzansprüche stellvertretend feststellen zu lassen.

Der Staatssekretär im Bundesverbraucherschutzministerium, Gerd Billen, hob zudem einen besonderen Handlungsbedarf bei der Verbesserung des Verbraucher- und Datenschutzes bei Apps hervor. "Wir wollen sichere und faire Apps", erklärte Billen. Verbraucher müssten wissen, was mit ihren Daten geschieht und über deren Verwendung die Kontrolle behalten. Angestrebt sei die Entwicklung entsprechender Standards mit den Akteuren am Markt.

Auch die Verbraucherrechte bei Busreisen sollen nach dem Willen der Verbraucherschutzminister verbessert werden. Auf Initiative des Landes Berlin forderte die Konferenz die Bundesregierung auf, einen möglichen Handlungsbedarf bei den Rechten von Busreisenden zu prüfen - insbesondere mit Blick auf Ansprüche bei Gepäckverlust oder Beschädigung sowie die mögliche Einführung eines Schlichtungsverfahrens zur Erleichterung der Durchsetzung von Verbraucherrechten.

Darüber hinaus sprachen sich die Ressortchefs auf Initiative von Baden-Württemberg für eine Kennzeichnung der Tierhaltungsform bei Frischfleisch aus. Wie im Bereich der Ei-Kennzeichnungen sollen durch eine bundeseinheitliche Regelung vier Kategorien eingeführt werden.

Ökologisch hergestellte Produkte würden nach diesem Konzept mit 0 gekennzeichnet. Unter die Kategorie 3 würden alle Fleischprodukte fallen, die lediglich die gesetzlichen Haltungsformen einhalten. Bei 1 und 2 würden die gesetzlichen Vorgaben übertroffen, etwa durch Auslauf oder Stallhaltung mit besonderen Haltungsformen.

Frankfurt (APA/Reuters) - Börsianer dürften in der neuen Woche bange Blicke nach Frankfurt werfen. Dort entscheidet die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag über ihren weiteren geldpolitischen Kurs und hat damit auch das Wohl und Wehe des Aktienmarktes in der Hand. Erwartungen, dass die Zentralbank bald die Zinsen erhöht, hatten den Euro zuletzt auf ein Drei-Jahres-Hoch getrieben und den Dax zeitweise ausgebremst.
 

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EZB-Chef Draghi hält die Anleger in Atem

Bochum/Essen (APA/Reuters) - Thyssenkrupp-Gegner und -Befürworter haben sich anlässlich der Haufversammlung von Thyssenkrupp wegen der Zerschlagung des Mischkonzerns nichts geschenkt. Wie erwartet gab es scharfe Kritik von Investoren am Kurs von Vorstandschef Heinrich Hiesinger, der kein Freund einer Aufspaltung ist.
 

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Heftiger Schlagabtausch der Investoren auf Thyssen-HV

München (APA/Reuters) - Nach Schätzungen von Versicherungsmathematikern kommen auf die Assekuranz nach dem Orkan "Friederike" in Deutschland Zahlungen von rund 800 Mio. Euro zu. Das ergebe sich aus dem Modell, mit dem die Kölner Beratungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) die Kosten von Stürmen in Deutschland berechnet, erklärte Versicherungsmathematiker Onnen Siems am Freitag.
 

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"Friederike" verursacht 800 Millionen Euro Schaden