Deutsche Markenwirtschaft für schärferes Vorgehen gegen Markenpiraten

Die Spitzenorganisation der deutschen Markenwirtschaft hat angesichts von Milliardenschäden durch Plagiate ein schärferes Durchgreifen verlangt. Die Politik sei aufgefordert, "die Ströme gefälschter, vor allem über das Internet vertriebener Waren aus dem Ausland nach Deutschland einzudämmen", erklärte der Markenverband am Dienstag in Berlin.

Die neuen Zahlen, wonach allein im Bereich Kleidung, Schuhe und Modeaccessoires durch Plagiate europaweit ein Schaden von 26 Mrd. Euro pro Jahr entstehe, seien dramatisch.

Eine EU-Behörde, die Europäische Beobachtungsstelle für Verletzungen von Rechten geistigen Eigentums, hatte die Zahlen am Dienstag in einer neuen Studie zur Modebranche vorgestellt. Die Plagiate richten demnach nicht nur finanziellen Schaden an, sondern kosten die Branche auch geschätzt bis zu 363.000 Jobs, wie die EU-Behörde mitteilte. Denn die Markenhersteller verkauften wegen der Plagiate weniger und beschäftigten daher auch weniger Menschen.

Die Studie nahm auch weitergehende Auswirkungen unter die Lupe. Werden die Zulieferer der Markenproduzenten berücksichtigt, so verliert die rechtmäßig arbeitende Branche EU-weit demnach sogar über 43 Mrd. Euro pro Jahr, was über einer halben Million Jobs entspricht. Zusätzlich entgingen den Staatskassen über 8 Mrd. Euro, weil die Markenpiraten in Europa keine Steuern und Abgaben zahlten, erklärte die Europäische Beobachtungsstelle.

Die "häufig als Urlaubs- und Internetschnäppchen getarnten Fälschungen" seien einzig für Produkt- und Markenpiraten ein Gewinn, urteilte angesichts dessen der Markenverband in Berlin. Der Verband steht nach eigenen Angaben mit seinen Mitgliedern für einen Jahresumsatz von 500 Mrd. Euro in Deutschland. Zu den Mitgliedern zählen demnach unter anderem Hugo Boss, die Deutsche Bank, Falke und Volkswagen.

Mehr dazu: Original vs. Fälschung: Milliardenmarkt Produktpiraterie

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte