Deutsche Legehennen-Branche meldet Bestwerte zu Ostern

Hannover - Pünktlich zu Ostern kann Deutschlands Eierbranche mit einer Rekordmeldung aufwarten: Der Pro-Kopf-Verbrauch an Eiern ist so hoch wie noch nie seit der Wiedervereinigung: 232 Eier entfielen 2014 rein rechnerisch auf jeden Deutschen, und das vergangene Jahr übertrumpfte diesen Wert mit 233 Eiern pro Kopf noch einmal knapp, wie der Bundesverband Deutsches Ei mitteilt.

"Die Stimmung in der deutschen Eierwirtschaft ist gut", sagt Verbandschef Günter Scheper. "Wir haben aktuell eine stabile, ausgeglichene und für Erzeuger gute Marktsituation." Das sind Worte, die in der Agrarbranche in diesen Tagen keinesfalls die Regel sind. Die Bauern klagen etwa über Preisverfall bei Milch und Schweinen.

Laut den Branchenexperten von der Marktinfo Eier und Geflügel (MEG) wird das Absatzplus zu Ostern übrigens meist überschätzt. Demnach kauft der deutsche Durchschnittshaushalt im Ostermonat nur etwa zwei Eier mehr als sonst üblich. Seit Jahresanfang zögen die Preise leicht an: Zehn Eier aus Bodenhaltung (Gewichtsklasse M) kosteten im Durchschnitt im Jänner und Februar 1,26 Euro - 17 Cent mehr als zwölf Monate zuvor. Auch Bio-Eier verteuerten sich: Zehn Bio-Eier kosteten in den ersten beiden Monaten dieses Jahres 3,00 Euro, 16 Cent mehr als im Vorjahr.

Über das ganze Jahr 2015 gesehen kosteten zehn Eier aus Bodenhaltung in Deutschland 1,08 Euro, aus Freilandhaltung 1,66 Euro und im Bio-Siegel 2,85 Euro.

Auslöser der jüngsten Preiserhöhung seien höhere Beschaffungskosten des Handels. Denn die Anbieter hätten zuletzt wegen einer zeitweise knapperen Versorgung höhere Preise durchsetzen können. In der Branche seien langfristige Verträge üblich, so dass heftige Schwankungen die Ausnahme blieben. Trotz der jüngst spürbaren Verteuerung kosten Eier aus Bodenhaltung derzeit laut MEG aber immer noch weniger als 2013.

Eier-Verbandschef Scheper sagt: "Besonders positiv für die deutschen Legehennenhalter ist die Tatsache, dass die deutschen Verbraucher so großen Wert auf die deutsche Herkunft der Eier legen." Die Branche wolle sich daher stark machen für eine ausgeweitete Kennzeichnung der Herkunft: Nicht nur auf Schaleneiern in der Packung, sondern auch auf eierhaltigen Lebensmitteln wie Nudeln oder Keksen soll erkennbar sein, aus welcher Haltungsform und welchem Land die Eier stammen.

Zu Ostern herrscht Hochbetrieb in der Branche: 40,1 Millionen Hennen gab es laut Statistischem Bundesamt 2015 in Deutschland. Gezählt sind dabei nur die industriellen Betriebe ab 3.000 Legehennen. Kleinere Höfe oder private Bestände kommen noch dazu. Damit entfällt in Deutschland auf zwei Einwohner mindestens ein Huhn. Fast 11,8 Milliarden Eier produzierten die deutschen Betriebe ab 3.000 Legehennen im vergangenen Jahr - nach 11,5 Milliarden im Jahr 2014.

Einen klaren Trend gibt es zum Bio-Ei. Laut MEG brachte die Öko-Form 2015 den Höchstwert von knapp 12 Prozent Anteil im Verkauf. Mit gut 60 Prozent sorgt die Bodenhaltung immer noch für den Löwenanteil. Auf die Freilandhaltung entfallen rund 18 Prozent bei steigender Tendenz. Während die Bio-Haltung jüngst merklich zulegte, ist die Käfighaltung in der sogenannten Kleingruppe auf dem absteigenden Ast. Nur jede zehnte Henne lebte 2015 in dieser Haltung, 2010 waren es 16 Prozent gewesen. Laut dem Bundesverband ist die Kleingruppenhaltung im Käfig in Deutschland noch bis Ende 2025 erlaubt, in Härtefällen bis Ende 2028.

Die Debatte ums Legehennen-Tierwohl ist ein Politikum. Der Deutsche Tierschutzbund etwa ist gegen die "Kleingruppenhaltung", die er als beschönigenden Begriff sieht und daher "Kleingruppen-Käfige" nennt. Umfragen zeigten, dass fast alle Verbraucher Käfighaltung ablehnten.

Die Verbraucherschützer von Foodwatch sagen, dass eine Käfighenne in der klassischen Legebatterie knapp ein DIN-A-4-Blatt Platz habe und in der Kleinvoliere auch nur eineinhalb DIN-A-4-Blätter. Foodwatch kritisiert, dass keine Haltungsform - auch Bio nicht - tiergerechte Bedingungen garantiere. Hohe Krankheits- und Sterberaten, Verhaltensstörungen wie Federpicken oder Kannibalismus und auch das millionenfache Töten unerwünschter männlicher Küken "sind in allen Haltungsformen an der Tagesordnung". Somit hätten Verbraucher keine Möglichkeit, ein garantiert tiergerecht erzeugtes Ei zu finden.

Auch dem hoch umstrittenen Schnabelkürzen bei den Legehennen hat die Politik mitunter schon den Kampf angesagt. Die rot-grüne Regierung in Niedersachsen etwa gewährt Landwirten 1,70 Euro Zuschuss je Henne, falls Auflagen für eine besonders tiergerechte Haltung erfüllt sind.

Im Mittelalter waren Eier übrigens ein gängiges Zahlungsmittel. Zu Ostern schrieben viele Klöster Eier als Naturalzins vor. Aus einer wichtigen mittelalterlichen Quelle, dem Falkensteiner Codex, geht hervor, dass zahlreiche Hofstätten an den Ostertagen jeweils 100 Eier abzuliefern hatten. Die Fastenzeit vor dem Fest erleichterte das - die Bauern sammelten die Eier für den Zins ganz einfach wochenlang.

Wien (APA) - Schlechte Arbeitsbedingungen und schwere Umweltbelastungen durch die Leder- und Schuhindustrie bemängeln die NGOs Clean Clothes Kampagne (CCK) und Global 2000. Ein "Label-Check" soll Konsumenten Orientierung beim Schuhkauf liefern und so den ökologischen und sozialen Fußabdruck der Schuhe verringern helfen, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung.
 

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NGOs bemängeln Umweltbelastung durch die Leder- und Schuhindustrie

Berlin (APA/Reuters) - Deutschland nähert sich dem Institut für Weltwirtschaft (IfW) zufolge der Hochkonjunktur. Es hob seine Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes in diesem Jahr von 2,0 auf 2,3 Prozent und für 2018 von 2,2 auf 2,5 Prozent an. "Die deutsche Wirtschaft steht unter Volldampf", erklärten die Kieler Forscher am Donnerstag.
 

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Institut: Deutschland ist in Richtung Hochkonjunktur unterwegs

Washington (APA/Reuters) - In den USA sind die Weichen für die größte Steuerentlastung seit mehr als drei Jahrzehnten gestellt: Die Republikaner im US-Kongress einigten sich auf einen Gesetzesentwurf, über den noch vor Weihnachten abgestimmt werden soll. Nach fast einem Jahr im Amt wäre die Reform der erste große gesetzgeberische Erfolg für US-Präsident Donald Trump.
 

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Trumps Steuerreform bekommt letzten Schliff - Einigung auf Entwurf