Deutsche Industrie fürchtet durch EU-Steuerpläne um Firmengeheimnisse

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) fürchtet durch die EU-Pläne gegen Steuervermeidung durch Großkonzerne die Offenlegung von Geschäftsgeheimnissen.

Durch die öffentliche Aufschlüsselung von Gewinnen und Steuerangaben nach Ländern drohten deutschen und europäischen Unternehmen Wettbewerbsnachteile, erklärte BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber am Dienstag. "Mitbewerber werden durch die Veröffentlichungspflicht sensibler Unternehmensdaten auf Unternehmensstrukturen und Margen schließen."
Vor allem, wenn ein Unternehmen nur ein Großprojekt in einem Land verantworte, könnten Konkurrenzen aus aller Welt "die Projektstrukturen der erfolgreichen Unternehmen aus Europa" erkennen, erklärte Kerber. Er kritisierte auch zusätzliche Kosten und bisher unklare Fristen der Berichtspflicht für die Unternehmen. Aus Deutschland wären dem BDI zufolge 1.200 Firmen betroffen.
Die EU-Kommission stellt am Dienstagnachmittag in Straßburg ihre Pläne vor, die Großunternehmen die Vermeidung von Steuerzahlungen durch die internationale Verschiebung von Gewinnen erschweren sollen. Konzerne mit einem Umsatz über 750 Mio. Euro würden dabei verpflichtet, ihre Steuerzahlungen und Gewinne nach Ländern aufgeschlüsselt offenzulegen.
Dies soll für alle in der EU tätigen Unternehmen dieser Größenordnung gelten. Betroffen sind damit etwa auch rund tausend Firmen aus Asien. Auch Gewinne außerhalb Europas würden von der Veröffentlichungspflicht erfasst, nach Ländern müssten sie dort aber nur im Falle von Steueroasen aufgeschlüsselt werden. Sonst können die außereuropäischen Finanzdaten gebündelt angegeben werden.

Leverkusen (APA/Reuters) - Der deutsche Pharmakonzern Bayer erwägt eine Auslagerung von Pharmaforschungsaktivitäten. Vorstandschef Werner Baumann habe Ende September auf einer Betriebsversammlung in Leverkusen über das schwächer werdende Wachstum des Pharmageschäfts gesprochen und Gedanken geäußert, dass Ausgaben für die Forschung nach außen verlagert werden könnten, erklärte der Bayer-Gesamtbetriebsrat in einem Infobrief.
 

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Betriebsrat: Bayer prüft Auslagerung von Pharmaforschungsaktivitäten

Hamburg (APA/dpa) - Der deutsche Konsumgüterkonzern Beiersdorf wird künftig von Stefan De Loecker geführt. Der bisherige stellvertretende Vorstandsvorsitzende soll mit 1. Jänner Stefan Heidenreich an der Spitze beerben, wie der DAX-Konzern am Montag in Hamburg mitteilte. Das entschied der Aufsichtsrat.
 

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Vize De Loecker rückt bei Beiersdorf an die Spitze

Brüssel/Burbank (Kalifornien) (APA/Reuters) - Der US-Medienkonzern Walt Disney will sich das grüne Licht der EU-Kommission zur Übernahme des Film- und Fernsehgeschäfts des Konkurrenten Twenty-First Century Fox mit Zugeständnissen sichern. Es gehe darum, den Wettbewerbshütern ihre Bedenken zu nehmen, teilte die EU-Kommission am Montag mit ohne Details zu nennen.
 

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Disney-Konzern ringt um Zustimmung der EU-Kommission zu Fox-Deal