Deutsche Industrie warnt vor Abschaltung von Kohlekraftwerken

Frankfurt am Main - Der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) warnt vor einem Stellenabbau und einem Preisanstieg, sollte die Regierung für das Erreichen ihrer Klimaziele das Abschalten von Kohlekraftwerken anordnen. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" zitierte am Montag aus einem vom BDI in Auftrag gegebenen Gutachten, wonach bei Zwangsabschaltungen die Preise steigen und zehntausende Jobs vernichtet würden.

Große Teile des in Deutschland dann nicht mehr emittierten Kohlendioxids würden dann anderswo produziert, dem Klima wäre also nicht geholfen. BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber sagte der Zeitung: "Kraftwerksstillegungen schädigen die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie ganz unmittelbar, ohne Nutzen für das Klima."

Die Gutachter kommen dem Bericht zufolge zu dem Schluss, dass der Börsenstrompreis bis 2020 um rund ein Fünftel steigen würde und die Strombezugskosten der energieintensiven Branchen um 15 Prozent anziehen würden. Für die Dekade nach dem Jahr 2020 erwarteten sie einen Verlust an Wertschöpfung von mehr als 70 Mrd. Euro. Durch direkte und indirekte Effekte würden bis zu 74.000 Arbeitsplätze gefährdet.

Um die Versorgung in Deutschland zu sichern, würde mehr preiswerter Steinkohlestrom aus dem Ausland eingeführt, heißt es laut "FAZ" in dem Gutachten weiter. Kraftwerke in Polen würden davon profitieren. Dagegen werde der Preisanstieg an der Strombörse in Deutschland nicht ausreichen, um Gaskraftwerke wirtschaftlich zu betreiben.

Deutschlands Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) will laut "Spiegel" mit den deutschen Energieversorgern am Montag über die Abschaltung von Kohlekraftwerken verhandeln. Gabriel will dem Bericht zufolge mit einem Gesetz erreichen, dass die fossilen Kraftwerke ihre CO2-Emissionen von 2016 bis 2020 um jährlich mindestens 4,4 Millionen Tonnen reduzieren. Praktisch laufe die Vorgabe auf eine Abschaltung von Kohlekraftwerken hinaus.

Brüssel (APA) - Österreichs Schulden sind im zweiten Quartal des Jahres auf 76,5 Prozent des BIP gesunken. Im Vergleichszeitraum 2017 waren es noch 81,0 Prozent. In der Eurozone ging der Schuldenstand im Jahresabstand von 89,2 auf 86,3 Prozent zurück. In der EU verringerte er sich von 83,4 auf 81,0 Prozent, geht aus jüngsten Daten von Eurostat vom Dienstag hervor.
 

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Österreichs Schulden auf 76,5 Prozent des BIP gesunken

Wien (APA) - In Österreich ist seit Ende 2016 die Nachfrage nach Unternehmenskrediten aufgrund der guten Konjunktur stark gestiegen. Dieser Trend habe sich zuletzt jedoch abgeschwächt und könnte bis Ende des Jahres ein Plateau erreichen. Die Entwicklung im Privatkundengeschäft verlaufe vergleichsweise moderater, schreibt die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) in einer Aussendung am Dienstag.
 

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OeNB: Nachfrage nach Unternehmenskrediten erreicht neue Höhen

Brüssel (APA) - Österreich konnte im zweiten Quartal des Jahres einen Budgetüberschuss von 1,2 Prozent des BIP einfahren. Im Vergleichszeitraum 2017 hatte es noch ein Defizit von 1,9 Prozent gegeben. Die Eurozone konnte ihr Minus im Jahresabstand von 1,4 auf 0,1 Prozent verringern. Die EU verbesserte sich von -1,5 auf -0,3 Prozent.
 

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Österreich mit 1,2 Prozent Budgetüberschuss im zweiten Quartal 2018