Deutsche IG Metall macht Arbeitgebern mit Warnstreikwelle Druck

Berlin- Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie in Deutschland lässt die Gewerkschaft mit massiven Warnstreiks die Muskeln spielen. Nach Ablauf der Friedenspflicht legten nach Angaben der IG Metall am Donnerstag deutschlandweit knapp 70.000 Beschäftigte aus fast 300 Betrieben vorübergehend die Arbeit nieder.

Die Gewerkschaft sehe sich dadurch in ihrer Forderung nach einer Lohnerhöhung um 5,5 Prozent bestärkt, erklärte die IG Metall. Sie verlangt zudem für die 3,7 Millionen Beschäftigten der Branche bessere Bedingungen für Altersteilzeit und Weiterbildung.

Das erste Angebot der Arbeitgeber, die Entgelte um 2,2 Prozent anzuheben, hatte die IG Metall in dieser Woche abgelehnt. Die Arbeitgeber bezeichneten die Warnstreiks als "unnötige Kraftmeierei" und kritisierten sie als unverhältnismäßig.

Gegen Mitternacht lief die Friedenspflicht aus, unmittelbar danach begannen die Proteste der Metaller. Den Schwerpunkt der ersten Warnstreikwelle legte die Gewerkschaft dabei auf Baden-Württemberg, einem Bezirk mit zahlreichen florierenden Unternehmen. Bis 14.00 Uhr beteiligten sich dort über 25.000 Beschäftigte an dem Ausstand, vor allem der Autobauer Daimler war betroffen. In Nordrhein-Westfalen zogen insgesamt rund 22.000 Beschäftigte vor die Werkstore, etwa 10.000 Menschen protestierten allein beim Autobauer Ford. In den übrigen Bezirken machte die Gewerkschaft über 21.000 Metaller für ihre Forderungen mobil.

"Die nächsten Tage werden heiß", drohte die IG Metall in Baden-Württemberg den Arbeitgebern. IG-Metall-Vizechef Jörg Hofmann kündigte bei einer Kundgebung vor den Kölner Ford-Werken auch für die kommenden Tage massive bundesweite Warnstreiks an.

Der IG-Metall-Bezirksleiter von NRW, Knut Giesler, sagte vor dem Tor des Siemens-Werks in Bocholt, die Enttäuschung der Beschäftigten und der Gewerkschaft sei groß. Alle hätten von den Arbeitgebern ein Signal für faire Verhandlungen erwartet, sagte er vor rund 2.000 Menschen. "Die Arbeitgeber stehen voll auf der Bremse", kritisierte Giesler zudem.

Die Tarifverhandlungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft werden am 6. Februar in Nordrhein-Westfalen fortgesetzt. Im Bezirk Baden-Württemberg soll am 11. Februar weiterverhandelt werden, hier wurde schon oft der Pilotabschluss für das gesamte Bundesgebiet vereinbart. Zuletzt hatten die Tarifpartner aber in Bayern die Einigung erzielt, die dann alle andere Bezirke übernahmen.

Die Gewerkschaft begründet ihre Forderungen mit der guten Gewinnentwicklung vieler Unternehmen. Vertreter der Arbeitgeber kritisierten die Ausstände. "Zu Ergebnissen kommen wir nur am Verhandlungstisch", mahnte Südwestmetall-Chef Stefan Wolf. Dort müsse sich die Gewerkschaft bewegen - "nicht nur säbelrasselnd vor den Werkstoren".

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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