Deutsche börsennotierte Firmen schütten heuer Rekord-Dividenden aus

Anleger erhalten von deutschen Aktiengesellschaften 2015 einer Studie zufolge so viel Dividenden wie nie zuvor. 41,7 Mrd. Euro werden alle im deutschen Aktienmarkt notierten Gesellschaften dieses Jahr zusammen ausschütten, geht aus einer am Montag vorgestellten Analyse der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und der Fachhochschule für Oekonomie und Management (FOM) hervor.

Die bisherige Bestmarke von 38,2 Mrd. Euro aus dem Jahr 2008 werde damit um mehr als 9 Prozent übertroffen. Im Vergleich zum Vorjahr, als deutsche Aktiengesellschaften 37,7 Mrd. Euro an Dividenden ausgaben, bedeutet dies einen Anstieg von mehr als 13 Prozent. Den Großteil der Dividenden 2014 schütten die Unternehmen aus Deutschlands erster Aktienliga, dem Deutschen Aktienindex (DAX), aus: fast 30 Mrd. Euro.

Der Versicherungskonzern Allianz beteiligt seine Anleger mit insgesamt über 3,1 Mrd. Euro am Gewinn und zahlt damit so viel wie kein anderes DAX-Unternehmen. Auf den Plätzen zwei und drei folgen der Technikgigant Siemens mit rund 2,9 Mrd. Euro und der Autobauer Daimler mit etwa 2,6 Mrd. Euro.

Auch was die Höhe der Auszahlung pro Aktie betrifft, ist die Allianz Spitzenreiter im DAX: 6,85 Euro bekommen Anleger für ein Wertpapier 2015. Bei Siemens sind es 3,30 Euro und bei Daimler 2,45 Euro.

Die Gesellschaften der nachgeordneten Indizes MDAX und TecDAX stellten ebenfalls neue Rekorde auf: Anleger im MDAX dürfen sich der Studie zufolge über insgesamt 6,8 Mrd. Euro freuen; die Dividenden im TecDAX werden auf 1,4 Mrd. Euro steigen. Einzig der SDAX, quasi die dritte deutsche Aktienliga, wird keine neue Bestmarke aufstellen. Mit insgesamt rund 935 Mio. Euro liegt die Ausschüttung knapp unter den Werten von 2007 und 2008.

Während die Summe der Dividenden insgesamt neue Höhen erreichte, sind die Dividendenrenditen - der prozentuale Anteil der Dividende am Aktienkurs - der Studie zufolge tendenziell gefallen und hielten nicht mit den Kursanstiegen der letzten Jahre schritt. Für die Indizes DAX, MDAX, TechDAX und SDAX liegt sie laut Studie 2015 durchschnittlich etwa bei 2,3 Prozent. 2009 hatte die Dividendenrendite im DAX noch bei knapp vier Prozent gelegen; im SDAX 2012 sogar bei über 5,5 Prozent.

"Lange Zeit wurde der Dividende hierzulande keine allzu große Bedeutung zugemessen", sagte DSW-Direktor Roland Klose. In den letzten Jahren habe sich die Sicht auf die Gewinnausschüttung aber geändert. Zudem würden die "extrem niedrigen" Zinsen in der Eurozone aktuell die Renaissance der Dividenden "befeuern".

Von Dividenden profitiert nur ein kleiner Teil der Bevölkerung. Es seien insbesondere die Vermögenden, die ihr Geld an der Börse anlegten und so "überproportional" von Kurssteigerungen und Dividendenausschüttungen profitierten, sagte Klose. Insgesamt seien nur rund zehn Prozent des Vermögens privater Haushalte in Deutschland in Aktien investiert.

Studien-Autor Christian Röhl warnte trotz Rekord-Dividenden davor, sie als die "neuen Zinsen" anzupreisen. Anleger müssten oft "extrem gute Nerven" haben, um langfristig von den Ausschüttungen zu profitieren. Eine hohe Dividendenrendite könne auch ein Hinweis darauf sein, dass Unternehmen Probleme mit ihrem Geschäftsmodell haben.

Hannover (APA/dpa) - Die Netzbetreiber Tennet, Gasunie und Thyssengas wollen die Speicherung von erneuerbaren Energien in Gasnetzen vorantreiben. Zur großindustriellen Nutzung der sogenannten Power-to-Gas-Technologie ("Strom zu Gas") wollen sie daher eine 100 Megawatt (MW) starke Anlage in Ostfriesland bauen, wie eine Tennet-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.
 

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Ökostrom zu Gas - Deutsche Netzbetreiber planen 100-MW-Anlage

Berlin/Hannover (APA/Reuters/dpa-AFX) - Eine Häufung von Groß- und anderen Schäden bei Industriekunden zwingt den Versicherer Talanx zur Senkung seiner Gewinnprognose. Talanx geht für 2018 nun von einem Ergebnis von rund 700 Mio. Euro aus, teilte die Nummer drei unter den deutschen Versicherungskonzernen am Montagabend in Hannover mit. Das wären 150 Millionen weniger als bisher geplant.
 

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Industrie-Großschäden machen Versicherer Talanx zu schaffen

Thun (APA/awp/sda) - Der kriselnde Schweizer Solarzulieferer Meyer Burger unterzieht sich erneut einer Restrukturierung. Das Unternehmen verlagert einen wesentlichen Teil seiner weltweiten Vertriebs- und Servicefunktionen für Standard-Photovoltaik-Lösungen von Europa nach Asien, insbesondere nach China. Dies kostet erneut Stellen.
 

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Schweizer Solarzulieferer verlagert nach Asien, streicht Jobs