Deutsche Bundesbank warnt vor Preisblasen durch EZB-Kaufprogramm

Die Deutsche Bundesbank warnt vor der Überhitzung einzelner Märkte als Folge des riesigen Anleihen-Kaufprogramms der Europäischen Zentralbank (EZB). In Zeiten hoher Liquidität und niedriger Zinsen bestehe ein Anreiz, auf die Jagd nach Renditen zu gehen, sagte der für Banken und Finanzaufsicht zuständige Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret der "Börsen-Zeitung" (Mittwochausgabe.)

"Damit steigt die Gefahr von Preisblasen an einigen Märkten", so Dombret.

EZB-Chef Mario Draghi hatte vergangene Woche Käufe von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren im Umfang von gut 1,1 Bill. Euro angekündigt. Mit der Geldschwemme nach dem Vorbild der US-Notenbank (Fed) will Draghi verhindern, dass die Wirtschaft in eine Deflation abrutscht - also in eine gefährliche Abwärtsspirale aus fallenden Preisen auf breiter Front und nachlassenden Investitionen gerät. Der Leitzins der EZB liegt bereits nahe der Null-Linie.

"Eine langanhaltende Phase niedriger Zinsen stellt ohne Frage eine große Herausforderung für Banken, aber auch für Versicherer dar", sagte Dombret. Banken müssten einen Weg finden, auch in einer solchen Situation profitabel zu sein. Für Sparer werde es nun noch schwieriger, Geld zu guten Zinsen sicher anzulegen.

Dombret stellte sich zudem hinter die Forderung, Staatsanleihen bei der Ermittlung des Eigenkapitalbedarfs der Banken künftig zu berücksichtigen. "Die Prämisse, dass Staatsanleihen nicht ausfallen können, die gilt schlicht nicht mehr", sagte Dombret. Bisher müssen Staatsanleihen von Geldhäusern nicht mit Eigenkapital unterlegt werden, da sie als risikolos bewertet werden. Dombret rechnet nach eigenen Worten nicht damit, dass diese Regelung bis zum Ablauf seiner Amtszeit Ende April 2018 abgeschafft sein wird.

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

Bonität

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Wirtschaft

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

Newsticker

Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

Newsticker

Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro