Deutsche-Bundesbank-Chef warnt vor Überforderung der Geldpolitik

Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, warnt davor, der Geldpolitik immer größere Aufgaben aufzubürden. Die Fähigkeiten der Geldpolitik dürften nicht überschätzt werden, sagte Weidmann am Mittwoch auf einer Konferenz in Liechtenstein. "Was wir nicht können, ist dauerhaft Wachstum schaffen."

Wegen der eingetrübten Aussichten für die Eurozone setzten die Währungshüter kürzlich den Leitzins erstmals auf null Prozent, verschärften die Strafzinsen für Banken und weiteten ihr umstrittenes billionenschweres Anleihen-Kaufprogramm aus. Weidmann stand den Beschlüssen skeptisch gegenüber, wie er in Vaduz bekräftigte. Er war auf der EZB-Zinssitzung wegen des Rotationsprinzips nicht stimmberechtigt.

Zwar habe im EZB-Rat Einigkeit bestanden, dass Handlungsbedarf bestand, sagte der Bundesbank-Präsident. "Allerdings gingen mir die Beschlüsse in ihrer Gesamtschau zu weit." Sehr kritisch sieht Weidmann die massiven Staatsanleihen-Käufe der Währungshüter. Er halte diese Mittel "für ein reines Notfallinstrument." Trotz der jüngsten Senkung der EZB-Konjunktur- und Inflationsprognosen gebe es keine Notwendigkeit für solche Bondkäufe. Die EZB strebt mittelfristig eine Teuerung von knapp zwei Prozent an. Die jüngsten EZB-Inflationsprognosen sehen aber selbst für 2018 gerade einmal eine Teuerung von 1,6 Prozent vor.

Weidmann befürchtet, dass eine langanhaltende Nullzins-Phase die Fähigkeit der Banken beeinträchtigen könnte, Impulse der Geldpolitik zu übertragen. Ihm gehe es nicht um die Profitabilität der Banken an sich, sagte der Bundesbank-Präsident. Manche Volkswirte hatten gewarnt, die Niedrigzinsen könnten schließlich dazu führen, dass Banken weniger Gewinne erzielen und sich bei der Kreditvergabe an die Wirtschaft zurückhalten. Das würde der Geldpolitik zuwiderlaufen, die mit ihren Instrumenten die Kreditvergabe anheizen will.

Bregenz (APA) - Aufgrund von anhaltender Trockenheit mit einhergehendem Futter- und Wassermangel stehen in Vorarlberg verfrühte Almabtriebe im Raum. Diese versuche man durch die Zufuhr von Wasser und Heu zu verhindern, informierte der zuständige Landesrat Christian Gantner (ÖVP) am Freitag. Eine frühzeitige Rückkehr der Tiere ins Tal könnte die Situation in der Futterversorgung eklatant verschärfen, so Gantner.
 

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Große Trockenheit: In Vorarlberg stehen verfrühte Almabtriebe im Raum

London/Brüssel (APA/dpa) - Nur eineinhalb Monate vor dem EU-Austritt der Briten ist immer noch nicht sicher, ob die Sache einigermaßen glimpflich ausgeht. Und das liegt nicht nur am Londoner Regierungschaos.
 

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Beim Brexit sitzen beide in der Zwickmühle

Wien/Schwechat/Dublin (APA) - Eine erste Anhörung vor einem Londoner Gericht im Streit zwischen Ryanair und Lufthansa um neun geleaste Laudamotion-Flieger ist ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Das Hauptverfahren beginnt erst im November, wie es am Freitagnachmittag von der Lufthansa zur APA hieß. Laudamotion und Ryanair gaben sich wortkarg und erklärten, das laufende Verfahren nicht kommentieren zu wollen.
 

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Gerichtsstreit um Laudamotion geht erst im November richtig los